15. August 2014 - 17:13 Uhr

Datenschützer schlagen Alarm wegen Google

Es klingt so energiesparend und vor allem so modern: Ein Thermostat, das weiß, wann ich zu Hause bin und selbstständig die Temperatur regelt. Oder ein Rauchmelder, der erkennt, in welchem Raum ich mich gerade befinde. Der Internetgigant Google ist bei all dem in Zukunft dabei. Denn Google hat Nest Labs, den Produzenten der Thermostate und Rauchmelder, für 3,2 Milliarden Dollar übernommen.

Google kauft Nest Labs und weiß nun alles
Google verschafft sich mit dem Kauf von Nest-Labs einen Einblick in Millionen Haushalte

Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter von Schleswig-Holstein, spricht von einem Horrorszenario: "Wenn Google unser gesamtes digitales Abbild kennt, dann weiß das Unternehmen nicht nur mehr als das Finanzamt und die Polizei, sondern auch mehr als wir selbst."

Denn die Geräte versenden Nutzerdaten. Das heißt: Das Thermostat lernt Gewohnheiten, weiß wann der Nutzer schläft, arbeitet und in welchem Raum er sich gerade aufhält. All diese Daten - kombiniert mit den Gewohnheiten im Internet und der Suchmaschine - ergeben ein immer kompletteres Bild des gläsernen Menschen.

Internet-Experte Ossi Urchs erklärt, wieso diese Daten Google 3.2 Milliarden Dollar wert sind: "Man kann da sehr gezielt und genau profilieren, wie Menschen sich verhalten. Das ist insbesondere für die Werbekunden von Google von höchstem Interesse."

In Deutschland sind die Nest-Geräte noch nicht erhältlich, in den USA aber bereits ein Renner - schließlich sollen sie Strom und Heizungskosten sparen. Aber das kann man vielleicht auch ohne, dass Google dabei zusieht.