25. November 2014 - 14:53 Uhr

Sexualstraftäter war der Polizei bereits bekannt

Der Internetriese Google hat den Behörden in den USA einen entscheidenden Tipp zur Festnahme eines mutmaßlichen Besitzers von Kinderpornografie gegeben. Der Mann nutzte ein E-Mail-Konto beim Google-Dienst GMail. Darin habe Google drei explizite Fotos gefunden, berichten lokale Medien in Houston im US-Staat Texas.

Wahrscheinlich schlug ein automatisches Warnsystem, eine Art digitale Rasterfahndung, bei Google Alarm. Über eine zentrale Stelle zur Meldung von Kindesmissbrauch seien dann lokale Behörden alarmiert wurden, die einen Durchsuchungsbefehl erwirkten. Sie fanden angeblich weitere kinderpornografische Bilder auf Tablet-Computer und Handy des Mannes und nahmen den Verdächtigen fest. Er soll der Polizei bekannt gewesen sein, weil er bereits in den 1990er Jahren wegen Kindesmissbrauch an einem achtjährigen Jungen verhaftet wurde.

Google-Nutzer fürchten um Privatsphäre

Die Festnahme sei ohne den Internetriesen wohl nicht möglich gewesen. "Ich habe keine Ahnung, wie sie ihre Arbeit machen", erklärte ein Polizist. Der Fall wirft für Google-Nutzer daher die Frage auf, wie der Konzern die E-Mails seiner Nutzer durchforstet. Bisher war lediglich bekannt, dass Google im Internet hochgeladene Bilder mit bekannten Fotos von Kinderpornografie abgleicht. So soll dafür gesorgt werden, dass die Bilder nicht in Google-Suchergebnissen auftauchen.

Dass allerdings auch E-Mail-Postfächer bei GMail danach durchsucht werden, war nicht bekannt. "Leider müssen sich alle Internetunternehmen mit dem Problem des sexuellen Missbrauchs von Kindern auseinandersetzen. Deshalb entfernt Google entsprechende Bilder aktiv aus seinen Diensten wie der Suche oder Gmail", erklärte das Unternehmen.