Google erleichtert Nutzern die Privatsphäre-Einstellungen: So kontrollieren Sie, was Google speichert

Google gestaltet die Privatsphäre-Einstellungen für Nutzer übersichtlicher.
© dpa, Martin Gerten

17. Dezember 2015 - 11:05 Uhr

Google reagiert auf Datenschützer-Kritik

Die Kritik am Umgang mit den Daten seiner Nutzer begleitet Google seit Jahren. Jetzt hat der Internet-Gigant auf die anhaltende Datenschützer-Kritik reagiert – und bietet einen zentralen Anlaufpunkt zur Einschränkung der Daten, die Google speichert und auswertet. Nutzer können unter anderem ausschalten, dass das Unternehmen speichert, welche Begriffe sie in die Google-Suche eintippen oder welche Videos sie auf YouTube ansehen. Wir erklären, wie sie die Einstellungsmöglichkeiten nutzen können.

Wo finde ich die Privatsphäre-Einstellungen?

Wer ein Google-Konto, zum Beispiel beim E-Mail-Dienst Gmail oder der Videoplattform YouTube, hat, gelangt nach dem Einloggen über einen Klick auf "Mein Konto" zu der Übersichts-Seite. Dort können Sie die Informationen, die Google über ihre Surf- und Suchaktivitäten speichert, auf einen Blick eingesehen und eingeschränkt werden.

Auch Nutzer, die kein Google-Konto haben, können Privatsphäre-Einstellungen vornehmen. Auf der Webseite www.MyAccount.Google.com sind die Einstellungen unter dem Link "Jetzt verfügbare Tools" gesammelt.

Welche Daten sammelt Google? Wie stelle ich das aus?

Unter "Mein Konto" findet der Google-Nutzer die drei zentralen Bereiche "Anmeldung und Sicherheit", "Kontoeinstellungen" und "Persönliche Daten und Privatsphäre". Letzterer bietet unter dem Punkt "Privatsphärecheck" einen übersichtlichen Assistenten, der zeigt, welche Nutzer-Daten Google sammelt. Zugleich bietet er die Möglichkeit, die Speicherung von Daten abzuschalten.

Im "Privatsphärecheck" sind unter "Google-Nutzung personalisieren" die Verläufe der "Web- und App-Aktivitäten", der mit einem bei Google angemeldeten Gerät besuchten Orte, der Geräteinformationen, der Sprach- und Audioaktivitäten und der YouTube-Aktivitäten abrufbar. Außerdem sieht der Nutzer, welche der Daten Google derzeit speichert und kann die Voreinstellung mit Hilfe eines Schiebereglers ändern – also die Speicherung ein- oder ausschalten.

Für Nutzer eines Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android kann hier die Einstellung zum Standortverlauf besonders interessant sein: Wer bei der Einrichtung des Smartphones der Auswertung der Standortdaten zugestimmt hat, findet ein sehr detailliertes Bewegungsprofil vor. Man kann dieses hier auch bearbeiten, löschen und für die Zukunft deaktivieren.

"Weiterer Schritt, euch und eure Informationen bei Google zu schützen"

Die hier zusammengestellten Datenschutz-Optionen verbarg Google bisher in den Einstellungen einzelner Apps und auf Unterseiten der Nutzerkonto-Menüs. Google-Produkt-Manager Guemmy Kim erklärt in einem Blog-Beitrag, das Unternehmen wolle dem Wunsch vieler Menschen nach größerer Kontrolle über die eigenen Daten nachkommen. "Mit www.privacy.google.com stellen wir euch eine neu gestaltete Seite vor, auf der ihr Antworten zu euren Fragen rund um Privatsphäre und Sicherheit bei Google findet", ergänzt der Google-Manager das neue Angebot zu Datenschutz und Privatsphäre der Nutzer.

Google bietet seinen Nutzern mit den neuen – einfach gestalteten – Funktionen die Möglichkeit bei einigen Daten selbst zu verwalten, ob diese gespeichert werden dürfen und auch ob Google sie nutzen darf, um auf den Nutzer persönlich zugeschnittene Werbung anzubieten. Hiermit kommt der Internet-Gigant also Forderungen von Datenschützern nach. Guemmy Kim erklärt, die neuen Änderungen seien "nur ein weiterer Schritt für uns, euch und eure Informationen bei Google zu schützen" und verspricht weitere Verbesserungen.