300.000 Euro erschwindelt

"Goldjunge" vor Gericht: 21-Jähriger vertickte falsches Gold von eBay an Sparkasse

29. Oktober 2019 - 18:21 Uhr

Prozess gegen Goldschwindler gestartet

Es ist nicht alles Gold, was glänzt: Ein damals 18-Jähriger soll 2016 auf eBay wertloses Falschgold erworben haben und anschließend zehnmal falsche Barren und Münzen an die Sparkasse in Göttingen verkauft haben. 300.000 Euro erbeutete er so. Erst als die Mutter des Angeklagten versuchte, ebenfalls gefälschte Goldbarren zu verkaufen, flog der Schwindel auf.

„Es wird nicht bestritten, dass es so war“

Der junge Mann steht seit heute vor dem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Göttingen. Er ist wegen gewerbsmäßigen Betrugs angeklagt. Schon seit seiner frühen Kindheit interessiert der Angeklagte sich für Goldmünzen - so wurde er 2016 auf Fälschungen im Internet aufmerksam. Im Prozess wiedersprachen sich er und sein Anwalt heute teilweise. Zu dem Vorwurf des Betruges sagte der Verteidiger heute nur: "Es wird nicht bestritten, dass es so war."

Sparkasse hielt ihn für aufstrebenden Goldhändler

Das angebliche Gold ist nur wertloses Metall mit einer Goldschicht. Erworben hatte der Realschulabsolvent das Falschgold auf eBay. Gegenüber der Sparkasse gab er sich einem Medienbericht zufolge als aufstrebender Goldhändler aus. 279 gefälschte Goldbarren kaufte die Bank. Und rief ihn laut Anwalt sogar an, um nach weiteren Barren zu fragen.

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Mutter muss auch vor Gericht

Die kriminelle Energie scheint in der Familie zu liegen: Auch die Mutter des Angeklagten muss sich vor Gericht verantworten. Auch sie soll in einem Fall versucht haben, falsches Gold an die Sparkasse zu verkaufen. Zu diesem Zeitpunkt wurde schon gegen den Sohn ermittelt - allerdings wegen des Verdachts auf Geldwäsche und nicht auf Betrug. Die Mutter scheiterte und schließlich flog auch der gesamte Betrug auf. Zum Prozessauftakt erschien sie heute nicht. Das Gericht verurteilte sie zu 70 Tagessätzen à 30 Euro. Der Prozess gegen ihren Sohn wird am 15. November fortgesetzt.