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Götze haut Bierhoff aus den Socken

Götze haut Bierhoff aus den Socken

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Mario Götze hat wieder Probleme mit der Kleiderwahl
dpa, Federico Gambarini

Gegen Irland wird Fußball-Nationalspieler Mario Götze nicht in der Startelf stehen. Aber um für Wirbel zu sorgen, reicht‘s schon, dass er aus dem Bus steigt - in Strümpfen des falschen Ausrüsters. Oliver Bierhoff ist entsetzt.

Eigentlich schien alles prima bei der deutschen Fußball-Nationalelf. Bis Mario Götze am Donnerstagmittag in Köln vor dem Hyatt-Hotel am Kennedy-Ufer aus dem Bus stieg. Dass er das in Stützstrümpfen tat, war nicht das Problem. Auch nicht, dass das Ganze modisch eher nach zweiter Liga aussah. Sondern dass auf den Gesundheitssocken das Logo des Sportartikelherstellers Nike prangte. Und zwar so deutlich, dass es mutmaßlich auch noch auf der anderen Rheinseite vor dem Dom zu erkennen war. Beim DFB finden sie das nicht lustig.

Es ist nämlich so: Mario Götze, 21 Jahre alt, bekommt viel Geld dafür, dass er Werbung für die US-amerikanische Firma Nike macht. Der Deutsche Fußballbund wiederum, 113 Jahre alt, bekommt viel Geld dafür, dass er Werbung für die deutsche Firma Adidas macht. Interessant ist auch, dass Nike im November 2006 dem DFB knapp eine halbe Milliarde Euro bot, um die Konkurrenz aus Herzogenaurach ab 2011 für erst einmal acht Jahre abzulösen. Vergeblich allerdings. Adidas bleibt bis mindestens 2018 der Ausrüster, zahlt dafür etwa 200 Millionen Euro, also 300 Millionen weniger, als der US-Konzern geboten hatte.

Vier-Socken-Gespräch

Wenn Mario Götze nun also für die Nationalmannschaft spielt, oder auch nur aus dem Bus steigt, darf er keine Sachen seines privaten Sponsors tragen. Vor allem nicht, wenn die "Bild"-Zeitung dabei ist und prompt vom "Socken-Zoff" berichtet. Oliver Bierhoff jedenfalls, seit 2004 Manager der Nationalmannschaft und zuvor mit einem Beratervertrag von, genau, Nike ausgestattet, gab sich empört. So geht’s nicht. Dem Vernehmen nach hat er noch vor dem Abschlusstraining für das WM-Qualifikationsspiel heute gegen Irland (ab 20.45 Uhr im Liveticker auf sport.de) am frühen Abend ein Vier-Socken-Gespräch mit Götze geführt.

Hinterher sagte Bierhoff: "Es gibt lediglich freie Schuhwahl bei uns. Ansonsten sehen wir uns unseren Partner gegenüber natürlich verpflichtet. Zwar haben wir keine Arbeitsverträge mit den Spielern, aber wir weisen sie deutlich auf Vorgaben hin, machen ihnen die Bedeutung klar, zeigen den Gemeinschaftsgedanken auf. Schließlich engagieren sich die Sponsoren in hohem Maße, nicht nur wirtschaftlich. Also sollten solche Aktionen ausgeschlossen sein."

Und Götze? Gilt jetzt als Wiederholungstäter. Schon im Juli sorgte er für Wirbel, als er sich bei seinem neuen Arbeitgeber, dem Adidas-Klub FC Bayern München, im T-Shirt des Mitbewerbers präsentierte und anschließend klaglos 20.000 Euro Strafe zahlte. Nach dem erneuten Coup dürften sich die Nike-Chefs am Firmensitz in Beaverton im US-Bundesstaat Oregon gefreut haben. Götze gab sich zwar ziemlich kleinlaut. Er trage die Kompressionsstrümpfe wegen seiner Verletzung und habe sich darüber keine Gedanken gemacht. "Ich wollte weder provozieren oder für jemanden Werbung machen. Eins kann ich versprechen, so etwas wird mir ganz sicher nicht mehr passieren." Aber auch beim Stützstrumpfgate zu Köln gilt: Er folgt nur der Spur des Geldes. Auch wenn er aus dem Bus steigt.

Quelle: n-tv.de