Götz von Berlichingen: Dennenesch Zoudé - Haare ab für die Rolle als Heilerin

Dennenesch Zoudé - Haare ab für die Rolle als Heilerin
© © RTL / Carlo Rola

12. Dezember 2014 - 9:23 Uhr

Lange gezögert, die Rolle anzunehmen

Wie würden Sie Ihrer Rolle der Heilerin Saleema in diesem Historienfilm beschreiben?

Dennenesch Zoudé: Ich habe sehr lange gezögert diese Rolle anzunehmen, Sie ist in Ihrem Kern nicht nur für Götz wichtig, sondern für die ganze Geschichte. Saleema kommt aus einer vollkommen anderen, einer konträren Welt. Sie hat viele Eigenschaften, die es erst einmal zu füllen galt. Was heißt mystisch und geheimnisvoll, exotisch-fremd und doch warmherzig? Wie stellt man das dar? Jeder hatte eine eigene Interpretation von ihr. Ich wollte der der Geschichte dienen und gleichzeitig etwas ganz Eigenes schaffen. Die Rolle war mir auf der einen Seite fast zu wenig und parallel fühlte ich mich überfordert. Ein merkwürdiger Zwiespalt, der sehr lange anhielt. Also habe ich mich mit der Zeit des Mittelalters beschäftigt, mit der Körperlichkeit und vor allem der Präsenz, die solche Menschen ausstrahlen. Ich war lange Tage im Zoo und habe Tiere beobachtet, da Tiere viel über ihre Physis kommunizieren. Wir wälzten Bücher über afrikanische Naturvölker. Bis hin zu der äußeren Veränderung: Haare abschneiden, gab es viele inspirierende, kreative aber auch aufklärende Gespräche. Jetzt bin ich irre dankbar für diese Erfahrung und das Abenteuer in diesem Film mitgespielt zu haben.

Sie spielen eine Heilerin. Glauben Sie selbst an "alternative" Heilmethoden?

Ja ich glaube sehr wohl, dass es noch sehr fundiertes altes Wissen der Naturheilkunde, jenseits unserer heutigen Pharmaindustrie, gibt.

Saleema ist die einzige Figur, die keinen historischen Ursprung hat. Inwieweit ist die Rolle trotzdem wichtig für den Film?

Sie rettet ihm sein Leben. Götz und Saleema sind wie zwei Magneten, die sich abstoßen und - doch immer wieder anziehen und umkreisen. Ohne einander können sie nicht. Sie begegnen sich auf Augenhöhe. Für die Zeit ist sie als Frauenfigur sicher auch eine Vorreiterin. Unabhängig, autark und doch voller Emotionen. Saleema ist Götz' Seelenverwandte und wird seine Geliebte, sowie Verbündete - auch auf einer metaphysischen Ebene. Dieser besondere Charakter gibt dem Film eine aufregende Modernität, etwas Zukünftiges sowie Internationales. Das gefällt mir!

Macht es für Sie einen Unterschied, vor Ihrem Mann, dem Regisseur Carlo Rola oder einem anderen Regisseur zu spielen?

Diese 'Eheleute' sind wir am Set nicht. Es ist lediglich manchmal einfacher mit jemandem zu arbeiten, den man gut kennt und wo ein großes Vertrauen herrscht. Trotzdem möchte ich ihn in jeder Szene mit meinem Spiel überraschen, schließlich ist der Regisseur der erste Zuschauer.