Es sollte ALLES geschlossen werden!

Sonderausschuss: Göttinger Physikerin fordert einen „starken Lockdown“

Viola Priesemann 2020-11-29, Berlin, Deutschland - Viola Priesemann, Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut
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18. Januar 2021 - 18:10 Uhr

Physikerin Viola Priesemann fordert Mega-Lockdown

In ganz Deutschland streiten Politiker über die Wirksamkeit der Lockdown-Maßnahmen. Im Sonderausschuss des niedersächsischen Landtages spricht Physikerin Viola Priesemann Klartext: Macht alles zu! Sonst breite sich die Pandemie weiter aus!

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Physikerin: Keine Kompromisse bei den Lockdown-Maßnahmen

Wissenschaftler, Politiker und Experten debattieren beim Corona-Sonderausschuss über die Wirksamkeit der Lockdown-Maßnahmen. Besonders der Auftritt von Physikerin Viola Priesemann bleibt den Anwesenden im Gedächtnis. "Ganz oder gar nicht!" stellt sie klar. "Wenn Sie niedrige Fallzahlen haben wollen, dann brauchen wir einen kurzen, starken Lockdown."

Viola Priesemann arbeitet als Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut und ist selbst Mutter mit Betreuungsproblem. Trotzdem fordert sie ein strenges Durchgreifen. "Es geht darum, den Lockdown so lange zu halten, bis die Gesundheitsämter wieder hinterherkommen." Bis dahin sollten auch die Kontakte so gering wie möglich gehalten werden, sagt die Physikerin. Darüber hinaus sollte man sich nur noch mit festen Kontakten treffen, statt mit einer Person, die aber immer wechselt. "Dadurch wäre auch eine Kinderbetreuung eher möglich", sagt Viola Priesemann. "Vier Erwachsene kümmern sich dann um die Kinderbetreuung."

Virologe Streeck widerspricht: „Wir müssen mit dem Virus leben“

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck ist da ganz anderer Meinung: "Harte Maßnahmen, das sieht man in anderen Ländern, haben nicht zum Rückgang der Zahlen geführt." Abstand halten und Maske tragen seien hilfreich, so die Meinung des Virologen. Ausgangssperren dagegen würden keine großen Auswirkungen auf die Fallzahlen haben.

"Ich habe schon am Anfang der Pandemie gesagt, dass wir mit dem Virus leben müssen", betont Hendrik Streeck vor dem Sonderausschuss im niedersächsischen Landtag. Die Infektionszahlen stagnieren, zwar auf hoher Ebene, das sei für den Virologen aber trotzdem ein Zeichen des Erfolges. "Niedrige Werte sind im Winter realistisch gesehen nicht möglich", sagt Hendrick Streeck. Auch Mutationen bei Viren seien für den Virologen nichts Ungewöhnliches. Und: "Sie sind nicht aufhaltbar, sollten aber trotzdem verzögert werden." Deswegen seien viele Stichproben nötig.

Entscheidung wie es weiter geht, fällt am Dienstag

Wie die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in Deutschland und den einzelnen Bundesländern genau aussehen werden, entscheidet sich am Dienstag. Dann kommen Bund und Länder zu Beratungen zusammen.

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