14. Juni 2019 - 11:23 Uhr

Landgericht Göttingen verurteilt 27-Jährigen zu acht Jahren Haft

Erst zerstückelt, dann verscharrt. Am Mittwochnachmittag wurde ein 28-Jähriger zu acht Jahren Haft verurteilt, weil er seinen Nachbarn ermordet, in Stücke zerteilt und schließlich an einem Feldweg vergraben hat. Was der Bruder des Opfers zu dem Strafmaß sagt, das sehen Sie im Video.

Er holte ein Fleischmesser aus der Küche

Es war der 8. Dezember 2017. Der damals 27-Jährige war zu Besuch bei seinem Nachbarn. Beide tranken Alkohol. Dann kam es plötzlich zum Streit. Der Angeklagte schlug seinem Trinkpartner daraufhin aufs Auge. In Panik vor den Konsequenzen, entschloss er sich, sein 37-jähriges Opfer umzubringen. Er strangulierte den Mann mit einer Schnur. Anschließend holte er ein Fleischmesser aus der Küche seines Opfers, um es zu zerstückeln. Um die Einzelteile loszuwerden, verpackte der Täter sie dann in Plastiktüten und vergrub sie an einem Feldweg.

Dafür verurteilte der Richter den heute 28-Jährigen zu acht Jahren Haft - schuldig des Totschlags, schuldig der Störung der Totenruhe. Bei der Urteilsverkündung zeigte der Mann keine Regung. Er nahm die gesamte Verhandlung regungslos hin.

Nach seinem Aufenthalt im Gefängnis wird er nicht freikommen. Er muss so lange in psychologischer Behandlung bleiben, bis er geheilt ist. "Sie sind kein Monster, aber Sie sind sehr gefährlich", erklärte der Richter sein Urteil.

Kein okkulter Hintergrund

In der Verhandlung ging es auch um den Vorwurf, der Angeklagte hätte sich mit dem Thema Okkultismus beschäftigt und den Mord an seinem Nachbarn deshalb begangen. Das konnte aber nicht bewiesen werden.

Der Tote war erst im Sommer 2018 entdeckt und geborgen worden. Die Polizei war dem Täter nach einem Suizidversuch auf die Spur gekommen. Danach hatte er die Tötung seines Opfers gestanden und den Beamten die Stelle gezeigt, an der er den 37-jährigen Mann verscharrt hatte.