Hilft das wirklich?

Görlitzer Park: Sperrstunde soll Drogendealer vertreiben

© dpa, Paul Zinken, pdz fdt fux

13. August 2019 - 13:15 Uhr

Hotspot für Drogendealer

Der Görlitzer Park steht seit Jahren für Gewalt und Drogen – weit über Berlin hinaus. Im Kampf gegen das illegale Drogengeschäft könnte der Berliner Senat jetzt zu drastischen Mitteln greifen und das Gelände nachts dichtmachen. Kann das wirklich helfen?

Sperrstunde im Görlitzer Park ab 22.:00 Uhr?

Es wäre zumindest eine gute Lösung, die man erwägen müsse, sagte Innen-Staatssekretär Torsten Akmann (SPD) im Innenausschuss. Um die Dealer ab 22:00 Uhr auszusperren, müssten viele der Eingänge des Parks mit Zäunen versehen werden. Auch die Löcher in der Mauer, die den Park zum Teil umgibt, müssten ausgebessert werden. Nur dann wäre der Park komplett abschließbar.

Grundproblem wird verschoben

Für den Berliner Senat ein Mittel, um zumindest die nächtliche Gewalt im Park in den Griff zu bekommen. Das Grundproblem des Drogenhandels bleibt aber bestehen. Das räumt auch Innen-Staatssekretär Akmann ein: "Wenn ich bei Aldi nicht kaufen kann, dann gehe ich zu Lidl. Das ist ein ganz einfacher Vergleich." 

Der Grölitzer Park in Berlin ist bekannt für den illegalen Drogenhandel.
Der Görlitzer Park in Berlin ist ein Drogenumschlagplatz.
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Kontra für die "Görli"-Schließung kommt aus der Opposition. Die Dealer würden ihre Geschäfte in der Nacht einfach in die umliegenden Straßen verlagern. So sehen es zumindest FDP und Grüne. "Ich halte das für eine absolute Kapitulationserklärung. Wir müssen den Drogenhandel vor Ort bekämpfen und unterbinden - und nicht das Problem in die Seitenstraßen verlagern", sagte der innenpolitische Sprecher der Berliner FDP, Marcel Luthe, bei n-tv.

Berliner Behörden bisher überfordert

In der Vergangenheit wurde schon viel unternommen, um dem Drogenhandel im Görlitzer Park ein Ende zu bereiten: Von 2015 bis 2017 hatte es die Stadt mit einer Nulltoleranz-Politik versucht. Zuletzt sollten mit rosa Linien Stehplätze für Dealer markiert werden, um deren Aktivitäten zumindest räumlich zu begrenzen. Geholfen hat bisher nichts. Das illegale Drogengeschäft scheint in Deutschland mancherorts weiterhin ein leichtes zu sein.