Mega-Zoff um Unkrautvernichter

Glyphosat-Klage gegen Bayer-Monsanto eingereicht

John Wesley Boyd, Jr., center, founder and president of the National Black Farmers' Association, speaks at a press conference on Wednesday, Aug. 26, 2020,in Creve Coeur, Mo., after Attorney Ben Crump, right, announced federal action to block Bayer-Mo
John Wesley Boyd Jr.,(Mitte), Präsident der National Black Farmers 'Association am Mittwoch, 26. August 2020, in Creve Coeur (Missour), nachdem Rechtsanwalt Ben Crump (rechts) die Klage angekündigt hat.
Christian Gooden, AP

Farmer fordern Befreiung von Roundup

In drei US-Prozessen wurde die Bayer-Tochter Monsanto schon für schuldig befunden. Der Vorwurf: Verschleierung von Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat. Jetzt fordern die National Black Farmers Association und der bekannte US-Anwalt Ben Crump Bayer-Monsanto auf, "die Bindung der schwarzen Bauern an ihre GVO-Samen und das krebserregende Herbizid zu beenden".

Anwalt und Berater erheben schwere Vorwürfe gegen Bayer-Monsanto

ARCHIV - 26.01.2017, USA, Los Angeles: Behälter mit Roundup, ein glyphosathaltiges Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto, stehen in einem Regal in einem Baumarkt. (Zu dpa «Bayer muss in Kalifornien nicht vor Glyphosat-Krebsrisiken warnen») Foto: Ree
Das umstittene Monsanto-Mittel Roundup
DR RS ER cul wst, dpa, Reed Saxon

Crump habe jetzt Klage eingereicht, heißt es in einem Schreiben. Darin behauptet er, Bayer-Monsanto habe "den schwarzen Bauern ihre Freiheit, Wahlmöglichkeiten, Selbstversorgung und Gesundheit geraubt". Der Kläger und zwei seiner Berater sollen den Bayer-Monsantos Plan, die Landwirte zu zwingen, sich auf Roundup zu verlassen, „einen der zynischsten und destruktivsten Geschäftspläne in der Geschichte unserer Nation“ genannt haben.

Konkret sollen sie dem Unternehmen vorwerfen, ausgenutzt zu haben, dass viele der schwarzen Bauern nicht gut lesen und schreiben könnten, um die Warnhinweise zu verstehen. Der Anwalt will mit dem Bauernverband jetzt dafür kämpfen, dass die Landwirte von ihrer Kaufpflicht entbunden werden.

Bayer weist Vorwürfe zurück

In einer schriftlichen Stellungnahme erklärte Bayer: ". „Rassismus hat keinen Platz in unserer Gesellschaft - auch nicht bei Bayer. Weiter heißt es: "Diese Klage wird von zwei Anwaltskanzleien eingereicht, die in den Roundup-Rechtstreitigkeiten eine Rolle spielen. Daher ist die Klage als das anzusehen, was sie ist: ein Versuch der Klägeranwälte, Medien und zusätzliche Rechtsverfahren zu nutzen, um ihren eigenen finanziellen Interessen nachzugehen."

Es gebe keine wissenschaftliche oder rechtliche Grundlage für die gesundheitsbezogenen Behauptungen in dieser Klage.

Roundup mit Glyphosat wird seit 1974 verkauft

Ein Transparent mit der Aufschrift "Monsanto & Bayer vernichten. Vielfalt erhalten" bei einer Demonstration in Hamburg. Foto: Markus Scholz
Protestveranstaltung in Hamburg (Symbolfoto, Arcgiv=)
deutsche presse agentur

Monsanto begann 1974 mit dem Verkauf des Mittels mit dem Hauptwirkstoff Glyphosat. Mehr als 20 Jahre später entwickelte das Unternehmen gentechnisch veränderte Pflanzen, die dem Unkrautvernichter standhalten konnten.

Da die neuen Pflanzen gegen Roundup resistent sind, kann das Gift auf Felder gesprüht werden, um Unkraut abzutöten. Diese „Roundup Ready“ -Kulturen umfassen jetzt alles von Mais über Raps, bis Baumwolle und Soja. Die Bauern sind jedes Jahr dazu gezwungen, neues Saatgut von Monsanto zu kaufen, weil die Samen steril sind. Sie entwickeln keine Pollen.