19. April 2019 - 14:40 Uhr

Im Video: Reinhard Ladewig kritisiert die Informationslage vor Ort

Der Unglücksbus von Madeira fuhr ohne das Ehepaar Ladewig ab, weil Martina Ladewig im Bad ihres Hotelzimmers etwas länger gebraucht hatte. Zwar ein absoluter Glücksfall, wie die beiden Urlauber aus Mittenwalde bei Berlin nun wissen. "Aber wir standen natürlich total geschockt da, weil wir viele Menschen tagelang kennengelernt hatten", erzählt Reinhard Ladewig im Video. Sie hätten sich angefreundet und noch am Morgen eine gemeinsame Tour gemacht. "Es tut mir so leid, um jeden der hier verunglückt ist."

Busunglück auf Madeira: Urlauber kritisiert Reiseveranstalter

Die verunglückten Touristen waren als Reisegruppe der trendtours Touristik GmbH auf Madeira. Sie waren im Hotel Quinta Splendida wenige Meter von der Unfallstelle entfernt untergebracht. Das Ehepaar Ladewig hatte Glück, dass sie den ersten Bus verpassten und in einem zweiten in die Inselhauptstadt Funchal gebracht werden sollte. Doch dazu kam es nach dem Unfall nicht. Die Bustour sei formlos angeboten geworden, es habe keine schriftliche Anmeldung gegeben oder eine Übersicht, wer in welchem Bus mitfahre.

"Wir haben überhaupt keine Informationen bekommen von trendtours, oder vom Hotel oder von irgendjemand anderem", sagt Reinhard Ladewig. Niemand hätte sie gefragt, ob sie noch am Leben seien. Auch eine große Zusammenkunft im Hotel mit allen Gästen und Abfragen sowie Informationen vermisste der Urlauber aus der Nähe von Berlin am Tag nach dem Busunglück.

In einer schriftlichen Stellungnahme äußerte sich der Reiseveranstalter trendtours Touristik GmbH so: "Wir sind alle zutiefst erschüttert. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und deren Angehörigen. Im Namen aller unser Mitarbeiter möchten wir unser herzliches Beileid aussprechen. Wir werden den Betroffenen im Rahmen des uns Möglichen jede Unterstützung in diesen schweren Stunden leisten."

„Wir haben uns hier runter begeben, um was zu erfahren“

Am Unglücksabend habe das Ehepaar es vermieden, sich den Ort des Schreckens anzuschauen. "Wir wollten das Elend nicht sehen", erklärt Reinhard Ladewig. Sie seien an diesem Nachmittag zum ersten Mal zur Unglücksstelle gegangen. "Wir haben uns hier runter begeben, um was zu erfahren", so der Mittenwalder. Wie die beiden mit dem Schicksal der anderen Urlauber mitleiden, erzählen sie im Video.