28. Februar 2019 - 10:29 Uhr

Trump liebäugelte schon mit Nobelpreis

Das war dann doch eine Überraschung: Der groß angekündigte Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Diktator Kim Jong Un ist gescheitert – es gibt keinen Friedensvertrag, keine Einigung zur Abrüstung, nicht einmal eine gemeinsame Erklärung. Dabei waren die Erwartungen so hoch gewesen, Trump hatte sogar schon mehr oder weniger offen mit dem Friedensnobelpreis geliebäugelt.

Knackpunkt Sanktionen

Und jetzt? Geht es erstmal so weiter wie bisher. "Wir werden sehen, was passiert", sagte Trump, der sich im Gegensatz zu Kim den Fragen von Reportern aus der ganzen Welt stellte.  Er sagte, Kim habe gefordert, dass die USA ihre Sanktionen gegen das Land vollständig aufheben. Für die USA war das offenbar unannehmbar, zumal ihnen die Zugeständnisse Kims nicht weit genug gingen.

Nach Abbruch der Gespräche rauschte Trump an RTL-Reporterin Pia Schrörs vorbei - die Aufnahmen gibt es im Video.

Streit um Atomare Abrüstung

US-Präsident Donald Trump
Donald Trump machte sich nach dem Gipfel wieder auf den Heimweg.
© REUTERS, LEAH MILLIS, KV

Die nordkoreanische Seite bot Trump zufolge zwar an, atomar abzurüsten, aber nicht in einer Weise wie von den USA gefordert. "Sie waren bereit, einen großen Teil zu denuklearisieren, aber nicht da, wo wir es wollten", sagte Trump. "Wir mussten davon Abstand nehmen."

Nordkorea wolle aber auch weiterhin auf neue Atomwaffen- und Raketentests verzichten. Pjöngjang hat seit November 2017 keine Tests mehr unternommen. Die USA wollten von Kim weiterreichende Zugeständnisse in Sachen atomarer Abrüstung, sagte Außenminister Mike Pompeo. "Wir haben ihn aufgefordert, mehr zu tun, aber er war nicht darauf vorbereitet."

„Wir mögen einander“

Trump erweckte nicht den Eindruck, dass nun eine neue Eiszeit zwischen beiden Ländern anbrechen könnte. Zu seinem persönlichen Verhältnis zu Kim sagte er: "Wir mögen einander." Dennoch ist das Scheitern des Gipfels für ihn eine Enttäuschung. Auch weil er selbst so hohe Erwartungen geweckt hatte. Übermäßig enttäuscht oder gar wütend wirkte er im Gespräch mit den Journalisten aber nicht. Von Nordkorea gab es zum Ausgang der Gespräche zunächst keinerlei Reaktion.