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Gigantischer Exodus: Migranten strömen in Richtung USA

Tausende Migranten strömen in die USA
Tausende Migranten strömen in die USA Flucht aus Mittelamerika 01:32

Über 4.000 Kilometer: Schwerer Marsch ins "gelobte Land"

Es ist ein Exodus. Rund siebeneinhalb Tausend Menschen – offizielle Zahlen gibt es nicht – haben sich zu Fuß auf den beschwerlichen mehr als 4.000 Kilometer langen Weg in Richtung USA gemacht. Sie sind aufgebrochen in El Salvador, Honduras und Guatemala und müssen nun Mexiko durchqueren. Begleitet von extremen Unwägbarkeiten, der mexikanischen Polizei und Tweets des US-Präsidenten Donald Trump.

Trump will, dass die Flüchtlinge umkehren

Die Migranten sollten sich in Mexiko registrieren lassen, so Trump, sie würden an der Grenze zu den Vereinigten Staaten mit aller nötigen Härte abgewiesen werden. Sie hätten keine Chance ihr Ziel zu erreichen. Doch sie gehen weiter. Sie ziehen die Ungewissheit über ihr Ziel der Gewissheit über das Elend in ihrer Heimat vor. Einer, wie sie sagen, giftigen Mischung aus Gewalt, Armut und allgegenwärtiger, übermächtiger Korruption. Ein unerschütterlicher Antrieb. Um ihr Ziel zu erreichen, riskieren sie sogar ihr Leben. Das berichtet unter anderem die "Daily Mail".

Überquerung des Grenzflusses auf improvisierten Flößen

Am Ufer des Rio Suchiate, der Mexiko von Guatemala trennt, sammelten sie sich. Einige hundert von ihnen beantragten offiziell Zuflucht in Mexiko. Der Rest versuchte auf selbstgebauten Flößen, Brettern und Autoreifen den Fluss zu überqueren, um unregistriert die verbleibenden 3.800 Kilometer in Richtung US-Grenze fortzusetzen. Dabei spielten sich dramatische Szenen ab (zu sehen oben im Video).

Mexiko warnt Migranten

21.10.2018, Mexiko, Ciudad Hidalgo: Ein mittelamerikanischer Migrant marschiert mit seinem Kind Richtung USA. Die Migranten aus Honduras, El Salvador und Guatemala haben den Grenzzaun zwischen Guatemala und Mexiko überwunden, um von dort aus bis an d
Mittelamerikanische Migranten auf dem Weg in die USA © dpa, Iván Sánchez, de

Zuletzt befanden sich die Migranten in Tapachula im mexikanischen Bundesstaat Chiapas, rund 40 Kilometer von der Grenze zu Guatemala entfernt. Die mexikanischen Behörden riefen die Migranten auf, sich formal für eine Einreise zu registrieren. Derzeit seien sie irregulär in Mexiko, warnte der Chef der regionalen Migrationsbehörde, Francisco Echeverría.

Die mexikanischen Behörden retteten nach eigenen Angaben viele Migranten aus dem Fluss. Die nahezu 900 geretteten Menschen unterliegen demnach dem "Verwaltungsverfahren nach mexikanischem Recht" und würden in ihre jeweilige Heimat zurückgebracht.

US-Botschafter: "Wenn Sie versuchen in die USA einzureisen, werden Sie festgenommen"

21.10.2018, Mexiko, Tapachula: Migranten aus Mittelamerika sitzen um eine Statue des ehemaligen mexikanischen Präsidenten Benito Juarez. Migranten aus Honduras, El Salvador und Guatemala haben den Grenzzaun zwischen Guatemala und Mexiko überwunden, u
Mittelamerikanische Migranten auf dem Weg in die USA © dpa, Moises Castillo, hjb

Luis Arreaga, Botschafter der USA in Guatemala, warnte die vielen Tausend Menschen via Twitter: "Wenn Sie versuchen in die USA einzureisen, werden Sie festgenommen und abgeschoben", sagte er in einem Video. Und weiter: "Gehen Sie zurück, Sie werden scheitern." Das nehmen die Migranten offensichtlich in Kauf.

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