Giftgas-Attacke traf seine Heimatstadt: Obay (4) kann erst jetzt wieder die Augen öffnen

12. April 2017 - 13:50 Uhr

Ärzte wissen nicht, ob das Kind Langzeitschäden davontragen wird

Zum ersten Mal öffnet der kleine Obay (4) wieder seine Augen. Der Vierjährige ist Opfer der schrecklichen Giftgas-Attacke auf seine syrische Heimatstadt Chan Scheichun. Die Ärzte wissen nicht, ob der Junge Langzeitschäden davon tragen wird, sagt seine Tante. Unsere Türkei-Korrespondentin Kavita Sharma hat ihn im Krankenhaus besucht.

Vater kümmert sich daheim um die verletzte Mutter

Bei dem Giftgasangriff kam das gefährliche Sarin frei. Kinder wie Obay wurden bewusstlos in die Türkei gebracht. "Ich fühlte einen starken Schmerz in meinem Kopf, dann weiß ich nichts mehr". erzählt der Junge unserer Korrespondentin. In dem Krankenhaus hat Obay nur seine Tante an seiner Seite. Seine Familie durfte ihn nicht in die Türkei begleiten. Der Vater kümmert sich daheim um die verletzte Mutter.

"Ich vermisse meine Mama und meinen Papa"

Doch egal wie groß Obays Langzeitzschäden auch sein werden, die türkischen Behörden werden ihn schon bald nach Syrien zurückschicken - und das, obwohl Chan Scheichun weiter bombardiert wird. Davon weiß Obay jedoch nichts. Er will so schnell wie möglich seine Eltern wiedersehen. "Ich vermisse meine Mama und meinen Papa - ich will zurück nach Hause", sagt er.