GEZ-Schock: Neuer ARD-Chef fordert höheren Rundfunkbeitrag

GEZ-Schock: Steigt jetzt der Rundfunkbeitrag?
GEZ-Schock: Steigt jetzt der Rundfunkbeitrag?
© dpa, Arno Burgi, bsc exa

30. Dezember 2017 - 14:45 Uhr

ARD-Vorsitzender droht mit Programmeinsparungen

Wenige Tage vor seinem Amtseintritt als ARD-Vositzender hat sich Ulrich Wilhelm (56) erneut für eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags ausgesprochen - ohne eine drastische Erhöhung der GEZ-Gebühr gebe es weniger gute Sendungen und Filme, behauptet er.

Neuer ARD-Chef: "Es fehlen drei Milliarden Euro"

"Es würden kurzfristig drei Milliarden Euro fehlen, die wir im Wesentlichen im Programm einsparen müssten", so der BR-Intendant und Ex-Regierungssprecher in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Der Rundfunkbeitrag für ARD, ZDF und Deutschlandradio ist bis 2020 auf 17,50 Euro pro Haushalt im Monat festgelegt - ob der Beitrag dann wieder ansteigt, steht noch nicht fest. Bei Technik und Verwaltung seien Einsparungen kaum noch möglich, so Wilhelm. Die Erhöhung des Beitrags sei jetzt der einzige Ausweg.

Wilhelm nennt Talkshows "zu dominant"

Neben steigenden GEZ-Kosten fordert Wilhelm mehr Vielfalt in der Politberichterstattung: "Die Talkshows sind mir zu dominant geworden", sagte der BR-Intendant. Die ARD müsse stärker daran arbeiten, die Bedürfnisse der Zuschauer abzudecken: "Die Probleme vieler Menschen finden in den unmittelbaren Tageserlebnissen von Journalisten nicht in dem Maße statt, wie es für die Bevölkerung repräsentativ wäre."

Bei den Sportrechten sieht Wilhelm wenig Sparpotential, da es sich um einen Markt mit zunehmendem Wettbewerb und deutlich steigenden Preisen handele. Dennoch wolle die ARD den Mitbewerbern das Feld nicht kampflos überlassen. "Die Zuschauer wollen gerade die Fußballnationalmannschaft bei uns. Der Fußball muss aufpassen, dass er die gesellschaftliche Bindung nicht verliert, wenn er wesentliche Inhalte ins Pay-TV vergibt."

Ab Januar ist der Bayerische Rundfunk ein Jahr lang die federführende Anstalt der Landesrundfunkanstalten; eine Verlängerung um ein weiteres Jahr ist üblich. BR-Intendant Wilhelm übernimmt das Amt des ARD-Vorsitzenden von der MDR-Intendantin Karola Wille.