Zoff um Werksschließungen

Gewerkschaft: Profitables Continental-Reifenwerk in Aachen hätte gerettet werden können

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© dpa, Roberto Pfeil, rp alf wst

08. Dezember 2020 - 8:15 Uhr

Werden Reifen jetzt in Niedriglohnstandorten produziert?

Die Industriegewerkschaft IG Bergbau Chemie Energie attackiert den Continental-Konzern wegen des geplanten Abbaus von möglicherweise Zehntausenden Stellen. Der Fall des profitablen Reifenwerks Aachen zeige, worum es dem Konzern wirklich gehe. "Sie wollen das Werk dichtmachen und die Kapazitäten später an Niedriglohnstandorten wiederaufbauen. Wir hätten mögliche Investoren fürs Werk, Conti blockiert", sagt Gewerkschafts-Chef Michael Vassiliadis.

"Dieser Stellenabbau wird teuer."

"Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle meint wohl, einfach durchregieren zu können", sagte der Chef der IG Bergbau Chemie Energie, Michael Vassiliadis, der "Süddeutschen Zeitung". "Wir werden dafür sorgen, dass Conti zur Vernunft zurückkehrt und respektvoll mit seinen Beschäftigten umgeht. Dieser Stellenabbau wird teuer."

Der Gewerkschaftschef fordert, generell das Doppelstimmrecht von Aufsichtsratschefs abzuschaffen. Damit hatte Reitzle den großangelegten Umbau durchgesetzt. Bei Streit um Stellenabbau oder Fabrikverlagerungen solle künftig ein Schlichter zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite vermitteln, sagte Vassiliadis.

Bei Conti sollen im Rahmen eines Großumbau- und Sparprogramms bis Ende des Jahrzehnts 30.000 Stellen verlagert, gestrichen oder für neue Qualifikationen umgewandelt werden - darunter 13.000 in Deutschland unter anderem mit Werksschließungen in Aachen und im hessischen Karben.

Die IG Metall hatte Gespräche mit dem Konzern Anfang Dezember abgebrochen. Der Konzern habe keinerlei Interesse gezeigt, die Entlassungen zu verhindern und über Alternativen zum Abbau von Arbeitsplätzen zu sprechen, begründeten die Gewerkschafter. Den Großumbau hatte noch Ex-Vorstandschef Elmar Degenhart angestoßen. Seit Mitte November hat Nikolai Setzer das Sagen bei den Hannoveranern.

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Quelle: DPA / RTL.de