Gewerkschaft der Polizei schlägt Alarm: Immer mehr Gewalt in Altenheimen

Ältere Menschen werden in Pflegeheimen laut der Gewerkschaft der Polizei immer öfter Opfer von Straftaten.
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28. Mai 2013 - 15:02 Uhr

Schläge und Vernachlässigung

Immer mehr Pflegebedürftige werden in Heimen Opfer von Gewalt. Das beklagt die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Ältere Menschen werden dort immer öfter Opfer von Straftaten wie Körperverletzung oder Vernachlässigung, so der GdP-Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut.

"Wir gehen von einer hohen Dunkelziffer aus." Oft schenkten Angehörigen den Aussagen ihrer Verwandten wenig Glauben. Pflegeheime würden zu sehr allein unter ökonomischen Gesichtspunkten geführt, kritisierte Witthaut.

Zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt

Unterdessen gab das Statistische Bundesamt bekannt: Zweieinhalb Millionen Menschen sind in Deutschland auf Pflege angewiesen. Nur 30 Prozent davon leben in einem Heim. Alle anderen werden zu Hause gepflegt - in vielen Fällen ohne Hilfe von Profis.

Im Vergleich zu 2009 ist die Zahl der Pflegebedürftigen in Heimen um 3,6 Prozent gestiegen. 3,8 Prozent mehr Menschen werden durch ambulante Dienste in Privatwohnungen betreut. Wie stark die Zahl derjenigen gewachsen ist, die ausschließlich durch Angehörige versorgt werden, ist laut Destatis statistisch schwer zu erfassen.

Stützt man sich auf die Daten der Pflegekassen, könnten es rund zehn Prozent mehr sein. Daten des Bundesgesundheitsministeriums zu den Leistungsempfängern der Pflegeversicherung zeigen einen viel geringeren Zuwachs um zwei Prozent. Ursache seien Änderungen bei der Datenmeldung.

Mehr als ein Drittel der zu Pflegenden ist älter als 85 Jahre. Da Frauen älter werden, sind 65 Prozent aller Pflegebedürftigen weiblich.