Gewaltforscher: Tat in Hanau in Paris abgeschaut

Andreas Zick, Professor an der Universität Bielefeld. Foto: picture alliance / Hannibal Hanschke/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

20. Februar 2020 - 17:31 Uhr

Vorbild Paris: Die Täter von Hanau und Halle haben nach Meinung des Bielefelder Gewalt- und Konfliktforschers Andreas Zick Terrorakte aus anderen extremistschen Bereichen nachgeahmt. "Das, was in Hanau passiert ist, haben wir in Teilen in Paris 2015 gesehen. Der Täter schießt offen und gewissermaßen im Vorbeigehen in eine Bar hinein, wo Menschen sich amüsieren, die dem Feindbild entsprechen", sagte Zick dem Bielefelder "Westfalen-Blatt" (Freitag).

Dass der Täter aus Hanau als "einsamer Wolf" gehandelt hat, hält Zick für unwahrscheinlich. "Es gibt nach Forschungslage keine einsamen Wölfe. Diese Annahme hat die Analyse von Einzelfällen widerlegt", sagte Zick. Es gebe zum Tatzeitpunkt Einzeltäter, aber in der wichtigen Phase ihrer Radikalisierung seien sie vernetzt.

Quelle: DPA