2016 M09 20 - 18:19 Uhr

Wie sicher ist es in Deutschlands Bussen und Bahnen wirklich?

Die Gewalt in Deutschlands Bahnhöfen, Zügen und Bussen nimmt dramatisch zu. Das zeigen neue Zahlen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. Vor allem das Personal in Bahn und Bus wird immer häufiger Opfer von Übergriffen.

Viele Busfahrer und auch Busfahrerinnen haben bereits einen gewalttätigen Angriff oder Bedrohung am eigenen Leib erfahren. Genauso ergeht es auch dem Bahnpersonal. 2014 kam es zu 1.500 Übergriffen auf Bahnangestellte, 2015 waren es schon 1.800. Und im ersten Halbjahr 2016 ist die Zahl der Attacken schon wieder um 28 Prozent gestiegen.

Klaus-Dieter Hommel  von der Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft weist aufgrund dieser alamierender Zahlen drauf hin: "Es muss dringend etwas getan werden, denn es ist nicht nur ein Problem in den Verkehrsbetrieben in Deutschland. Es ist ein Problem im gesamten öffentlichen Leben, dass die Gewaltbereitschaft zunimmt."

"Die Dunkelziffer ist wesentlich höher"

Für viele Mitarbeiter des öffentlichen Verkehrs bedeutet jeder Arbeitsantritt eine Fahrt ins Ungewisse. Die erschreckenden Zahlen, im Hinblick auf die Übergriffe sind aber vermutlich noch viel höher als gedacht. Das weiß auch Klaus-Dieter Hommel: "Wir vermuten, dass die Dunkelziffer wesentlich höher ist, weil die Kolleginnen und Kollegen die größte Zahl der Übergriffe und der Angriffe auf ihre Person nicht mehr melden, weil sie darüber enttäuscht sind, dass Arbeitgeber einfach viel zu wenig tun, um ihre Sicherheit zu gewährleisten."

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft fordert von der Bahn bessere Betreuung und Unterstützung der Opfer. Zudem soll mehr geschultes Personal in Zügen, Bussen und Stationen eingesetzt werden. Denn auch viele Passagiere fühlen sich besonders frühmorgens und spätabends alles andere als sicher. Bislang wird lediglich auf eine stärkere Videoüberwachung gesetzt, die Diebe und Schläger abschrecken und im Ernstfall überführen soll.