Gewalt im Jemen: wieder Proteste und Tote

12. Februar 2016 - 23:12 Uhr

Jemens Protestzüge hören nicht auf: Zehntausende Menschen gingen erneut auf die Straßen und forderten ein Ende des Gewaltregimes des Langzeit-Machthabers Ali Abdullah Salih. In der Nacht hatten Truppen von Präsident Salih Gegenden der Oppositionellen beschossen. Die Sicherheitskräfte stürmten laut Medienberichten Viertel in der Hauptstadt Sanaa und Dörfer weiter nordöstlich, wie Arhab. Dabei seien mindestens zwei Menschen getötet und Dutzende verletzt worden.

Der US-Botschafter im Jemen, Gerald M. Feierstein, rief Salih auf, den Weg für einen Machtwechsel frei zu machen. Der politische Prozess müsse vorwärtskommen, damit es einen Ausweg aus der Krise gebe, sagte der Diplomat der arabischen Wochenzeitung «al-Sahwa».

Der seit 33 Jahren herrschende Staatschef verließ sein Land im Juni nach einem Anschlag auf den Präsidentenpalast in Sanaa. Er erholte sich im Nachbarland Saudi-Arabien von seinen schweren Verletzungen. Im September kehrte Salih nach Jemen zurück.

Die Opposition macht den Machthaber für den Tod von fast 1500 Menschen seit Beginn der Demonstrationen im Februar verantwortlich. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Regimeanhängern gehen weiter; die Angst vor einem Bürgerkrieg wächst. Der UN-Sicherheitsrat hat vergangene Woche Salih zu einer geregelten Machtübergabe aufgefordert.