Gewalt an Schulen: Greifen Schüler wieder öfter zur Waffe?

15. August 2018 - 11:30 Uhr

Enge Zusammenarbeit mit der Polizei

In den vergangenen Jahren konnten Schulen in Deutschland einen stetigen Rückgang von Gewalt und Kriminalität in Klassenräumen und auf Pausenhöfen verzeichnen. Viele Schulen und Schulämter arbeiteten eng mit der Polizei zusammen. Nun steigen die Zahlen wieder. Wie lässt sich das erklären?

Werden Gewaltdelikte öfter angezeigt als früher?

Neben steigender Gewalt an Schulen, zeichnet sich auch ein anderer Trend ab: Die Jugendkriminalität generell steigt an, nachdem sie viele Jahre zurückging. Eine Erklärung gibt es nicht, an Schulen setzt man weiter auf Prävention.

Möglicherweise liegt der Anstieg – so der Kriminologe Christian Pfeiffer – an einem geänderten Anzeigeverhalten. In Zeiten großer medialer Aufregung über Gewalttaten würden Straftaten häufiger angezeigt. Auch wenn es sich bei den mutmaßlichen Tätern um Ausländer handele, sei die Anzeigebereitschaft statistisch erwiesenermaßen höher. Mit einer nach dem Flüchtlingszuzug gestiegenen Zahl ausländischer Schüler könne dies möglicherweise den Anstieg erklären.

Michael Mertens von der Gewerkschaft der Polizei Nordrhein-Westfalen sieht eine Veränderung in der Einstellung vieler Jugendlicher zur Gewalt: "Heute werden Waffen und Messer gezogen und das nimmt einfach zu, diese schweren Auseinandersetzungen, diese schweren Körperverletzungen. Der Bezug zur Gewalt und den Folgen dieser Gewalt, der hat sich verändert"

Wie Schüler selbst die Situation wahrnehmen und was manchen von Ihnen widerfahren ist, sehen Sie im Video