GEW zu Abitur: Brauchen bundesweit einheitliche Regeln

Günther Fuchs, Vorsitzender der GEW. Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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25. März 2020 - 15:02 Uhr

Nachdem die Bundesländer wegen der Corona-Krise unterschiedlich mit den Abiturprüfungen umgehen, fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Brandenburg eine bundesweit einheitliche Regelung. "Wir kommen an die Grenzen unseres föderalen Systems", sagte der GEW-Landesvorsitzende Günther Fuchs der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Dass Länder wie Schleswig Holstein vorgeprescht seien und alle Schulabschluss-Prüfungen einschließlich des Abiturs absagen wollen, sehe er kritisch. Er hoffe, dass die Kultusministerkonferenz eine bundesweit einheitliche Regelung treffe. "Wir brauchen in Fragen der Bildung klare Verabredungen und müssen den Schülern sagen, was auf sie zukommt", betonte Fuchs. Zudem müsse es eine Reglung geben, die nicht wieder korrigiert werden müsse.

Schleswig-Holstein plant als erstes Bundesland eine Absage aller Schulabschluss-Prüfungen einschließlich des Abiturs in diesem Schuljahr. Die Schüler im Norden sollen nach Plänen des Bildungsministeriums zum Ende des Schuljahrs stattdessen Abschlusszeugnisse auf Basis bisheriger Noten erhalten. Andere Bundesländer hatten ihre Prüfungen zunächst auf nach Ostern oder in den Mai verschoben. Im Gegensatz dazu stehen Hessen und Rheinland-Pfalz. Dort fanden am Dienstag, wie geplant weiterhin Abiturprüfungen statt.

In Brandenburg hatte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) versichert, dass die Abiturprüfungen nicht in Gefahr sind und auf Termine im April oder Ausweichtermine verwiesen.

Die Kultusminister der Bundesländer wollen an diesem Mittwoch über das weitere Vorgehen bei den anstehenden Schulabschlussprüfungen in der Corona-Krise beraten.

Quelle: DPA