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Getötete Keira (†14): Lutz Bachmann prangert unschuldigen Jungen als Killer an

Lutz Bachmann
Lutz Bachmann beschuldigte auf Twitter einen unschuldigen Jungen © deutsche presse agentur

Unschuldigen an Internet-Pranger gestellt – Ermittlungen gegen Pegida-Gründer Lutz Bachmann

Lutz Bachmann ist in der Öffentlichkeit bekannt geworden als Initiator der Pegida-Bewegung. Bachmann ist vorbestraft wegen Körperverletzung, Einbruch und Diebstahl. Und er ist ein Volksverhetzer, auch hierfür wurde er verurteilt. Nun wird erneut gegen den 45-Jährigen ermittelt: Er hat einen Unschuldigen öffentlich einer schweren Straftat bezichtigt.

"Die Bestie vom Kaukasus, Edgar H., tschetschenischer Moslem und Ex-Flüchtling"

Wegen dieses Tweets ermittelt die Polizei nun gegen Lutz Bachmann
Wegen dieses Tweets ermittelt die Polizei nun gegen Lutz Bachmann

Es geht um den spektakulären Todesfall der 14-Jährigen Keira aus Berlin. Das Mädchen war vergangene Woche von einem ein Jahr älteren Mitschüler mit 20 Messerstichen brutal attackiert worden und starb an einem Stich ins Herz. Der Täter wurde festgenommen, er hat die Tat in großen Teilen gestanden. Wegen Verdachts auf Totschlag sitzt er in Untersuchungshaft.

Das hielt Lutz Bachmann nicht davon ab, wilde Spekulationen anzustellen und der Öffentlichkeit einen Täter zu präsentieren, der besser in sein Weltbild passt als der festgenommene deutsche Junge. "Mordfall #Keira G. Nun ist es wohl raus: Die Bestie vom Kaukasus, Edgar H., tschetschenischer Moslem und Ex-Flüchtling", twitterte Bachmann und verlinkte auf ein Facebook-Profil eines unschuldigen Jungen. Der Tweet ist inzwischen gelöscht.

Der zu Unrecht Angegriffene reagierte, löschte die Facebook-Fotos von seinem Profil und schrieb: "Ich (...) habe nichts damit zu tun!!! Der Täter wurde gefasst!!!"

Auch die Berliner Polizei schaltete sich ein, sie twitterte: "Der Tatverdächtige ist Deutscher und hat deutsche Eltern. Reicht das nicht als Information?"

Lutz Bachmann wähnt sich juristisch auf sicherem Terrain

Bachmann tut nun so, als verstünde er die ganze Aufregung um seine Hetz-Aktion nicht. "Rein juristisch ist es wasserdicht, da es ja nicht umsonst wie eine Frage formuliert war. 'Nun ist es wohl raus…' Eine strafbare Aussage wäre 'Es IST raus…' gewesen. Wir sind ja nun wirklich keine blutigen Anfänger", twitterte er später.

Mit seiner Aktion ist Bachmann jedenfalls wieder einmal ins Visier der Polizei geraten. "Wir ermitteln wegen übler Nachrede, falscher Verdächtigung und Volksverhetzung", sagte ein Sprecher.

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