"Save the Children" schlägt Alarm

Getötet, verstümmelt oder vergewaltigt: Jedes sechste Kind wächst in einem Konfliktgebiet auf

13. Februar 2020 - 15:14 Uhr

"Save the Children": Zahl der schweren Kinderrechtsverletzungen gestiegen

Für Kinder und Jugendliche werden Kriege und Konflikte immer gefährlicher. Inzwischen leben weltweit etwa 415 Millionen Mädchen und Jungen in einem Konfliktgebiet, teilte die Kinderrechtsorganisation "Save the Children"  in ihrem Bericht "Krieg gegen Kinder" mit. Rund 149 Millionen Kinder wachsen demnach unter gefährlichsten Lebensumständen auf. Die Zahl der schweren Kinderrechtsverletzungen sei gestiegen, heißt es in dem Bericht, der sich auf Zahlen aus dem Jahr 2018 stützt. Jedes sechste Kind wächst in einem Konfliktgebiet auf.

"Es ist erschütternd, dass die Welt zuschaut, während Kinder ungestraft zur Zielscheibe werden"

Ein syrisches Kind, aufgenommen am 19.02.2017 in Tel Abiad (Syrien) in einer verlassenen Tankstelle, in der es mit seiner Familie lebt. Derzeit leben fünf Familien in der vom Krief zerstörten Tankstelle. Laut «Save the Children» zeigen syri
Jungen werden laut "Save the Children" häufiger in Kriegsgebieten getötet, Mädchen werden vergewaltigt oder zur Kinderheirat gezwungen.
© dpa, Jonathan Hyams

"Seit 2005 wurden 95.000 Kinder verstümmelt oder getötet, Zehntausende wurden entführt. Kinder in Konflikten werden sexuell missbraucht oder zwangsrekrutiert, humanitäre Hilfe wird ihnen systematisch verweigert", erklärt Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von "Save the Children". "Es ist erschütternd, dass die Welt zuschaut, während Kinder ungestraft zur Zielscheibe werden." Immer öfter würden Schulen und Krankenhäuser angegriffen. Millionen Kinder hätten keinen Zugang zu Bildung oder Gesundheitsdienstleistungen.

Allein 2018 wurden den Angaben zufolge mindestens 12.125 Kinder durch konfliktbedingte Gewalt getötet oder verletzt, das entspricht einem Anstieg von 13 Prozent. Dabei seien Jungen weitaus häufiger durch direkte Kriegsführung getötet worden als Mädchen. Mädchen wurden laut dem Bericht weitaus häufiger vergewaltigt, zur Kinderheirat gezwungen oder anderen Formen sexuellen Missbrauchs ausgesetzt: 87 Prozent aller nachgewiesenen Fälle von sexueller Gewalt betreffen demnach Mädchen.

Die Zahl der gemeldeten Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser stieg um 32 Prozent auf 1.892 an. Die zehn gefährlichsten Länder für Kinder waren im Jahr 2018: Afghanistan, Demokratische Republik Kongo, Irak, Jemen, Mali, Nigeria, Somalia, Südsudan, Syrien und die Zentralafrikanische Republik.