Geteiltes Echo nach Mertesacker-Interview

12. März 2018 - 8:36 Uhr

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus kontert

Das Interview von Per Mertesacker mit dem 'Spiegel', in dem der Ex-Nationalspieler seine körperlichen und mentalen Probleme im Zusammenhang mit dem Profi-Fußball schildert, hat großen Wirbel ausgelöst.

Konter von Lothar Matthäus

​Lothar Matthäus reagierte allerdings mit wenig Verständnis auf die Aussagen Mertesackers, die den immensen Druck als Nationalspieler in den Vordergrund stellen. "Nationalmannschaft bist Du ja nicht verpflichtet zu spielen, das hat er ja alles freiwillig gemacht. Der hätte ja aufhören können, wenn der Druck zu groß gewesen wäre", sagte der deutsche Rekordnationalspieler bei Sky.

Reaktionen in den Sozialen Netzwerken unterschiedlich

Auch die Aussagen des 33-Jährigen zur WM 2006, er sei froh gewesen, dass es nach dem Aus im Halbfinale gegen Italien vorbei war, kann Matthäus nicht nachvollziehen: "Es ist ja nicht das Aus gewesen, man hat noch ein Spiel um den 3. Platz gehabt. Im eigenen Land eine Weltmeisterschaft zu spielen, wo du von so einer Euphorie getragen wirst, das darf ja gar keine Belastung sein."

In den Sozialen Netzwerken erntete Matthäus allerdings viel Kritik und Mertesacker bekam viel Anerkennung und Lob für seine offenen Worte.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Christoph Metzelder rudert zurück

'Mertes' damaliger Nationalmannschaftskollege Christoph Metzelder äußerte sich ebenfalls bei Sky: "Ich habe die WM 2006 überhaupt nicht so empfunden. Ab einem gewissen Punkt waren wir auf einer Welle. Später gestand der 37-Jährige allerdings, zunächst nur einen kleinen Teil des Mertesacker-Interviews gekannt zu haben.  

'Merte' will es als Funktionär besser machen

Wenn Mertesacker im Sommer seine Spielerkarriere beim FC Arsenal beendet und bei den 'Gunners' in den Stab wechselt, will er dem Nachwuchs helfen, mit den Gefahren und dem Druck im Profi-Fußball besser umzugehen.

Möglicherweise ist der Ex-Werderaner und -Hannoveraner dafür genau der richtige Mann, zumal er die schrecklichen Erfahrungen aus dem Suizid seines Freundes und Teamkollegen Robert Enke einbringen kann.

"Das System angreifen"

Mertesacker wird im Sommer eine  leitende Position in der Nachwuchsakademie von Arsenal übernehmen.  Er wolle in seinem neuen Job "das System angreifen" und den Jugendlichen auch auf dem zweiten Bildungsweg helfen.