Gesundheitsrisiko Homeoffice

Rückenschmerzen und müde Augen - sind dauerhafte Schäden möglich?

Viele Angestellte müssen an den Küchentisch ausweichen, um im Homeoffice arbeiten zu können.
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05. April 2020 - 11:27 Uhr

Arbeiten im Provisorium

Homeoffice während der Corona-Krise - das bedeutet für viele Arbeitnehmer: Wochenlanges Arbeiten im Provisorium.  Statt wie gewohnt an einem ergonomischen Arbeitsplatz zu sitzen, muss so mancher Arbeitnehmer nun mit dem Küchentisch oder Kinderschreibtisch vorlieb nehmen. Sogar Bügelbretter dienen inzwischen als Arbeitsplätze. Auch die Stühle sind selten dafür geeignet, einen ganzen Arbeitstag darauf zu verbringen. Rückenschmerzen und müde Augen können die Folge sein. Aber ist auch mit dauerhaften Schäden zu rechnen?

Angestrengstes Schauen macht die Augen trockener

Ganze Belegschaften arbeiten wegen Corona derzeit im Homeoffice. Auch wenn es an so manchem ergonomisch fragwürdigen Arbeitsplatz zu Schmerzen kommt, geben Experten Entwarnung: "Man braucht keine Angst haben, sich dauerhaft einen organischen Schaden an der Wirbelsäule zuzuziehen, nur weil man aktuell in einer absolut einmaligen Ausnahmesituation keinen idealen Arbeitsplatz im Homeoffice hat", sagt Bernd Kladny, stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

Darüber hinaus dürfte durch ungünstige Lichtverhältnisse und Abstände zu den Bildschirmen bei vielen Menschen die Belastung für die Augen zunehmen. "Wenn man sehr angestrengt schaut, hat man einen selteneren Lidschlag. Dadurch sind die Augen trockener»" berichtet Horst Helbig, Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Regensburg. Trockene, ermüdete und gerötete Augen seien ohnehin ein Problem bei Bildschirmarbeit. Unter ungünstigen Bedingungen könne es sich noch verstärken. Helbig geht allerdings davon aus, dass einige Wochen Heimarbeit "keine dauerhaften Schäden an Augen" verursachen. 

Schmerzen auch durch Stress, Sorgen und Anspannung möglich

Doch nicht nur der unangepasste Arbeitsplatz sei ein Problem. Gerade jetzt in der unsicheren Zeit könnten auch Stress, Sorgen und Anspannung für verstärkten Schmerz sorgen, so Kladny. "Schmerzwahrnehmung ist ein komplexes Geschehen. Auch das soziale Umfeld und die Psyche haben einen wesentlichen Einfluss darauf", betont der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Wiebke Arps vom Gesundheitsmanagement der Techniker Krankenkasse sieht derzeit die Corona-Prävention als Priorität: "Kontakte vermeiden und da wo es möglich ist, zu Hause zu bleiben, ist das Gebot der Stunde, um die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen bestmöglich zu schützen", betont sie.

Experten-Tipps fürs Homeoffice: Mit Blick auf Rückenschmerzen empfiehlt sie Bewegungsausgleich. "Da gibt es viele Möglichkeiten, die jeder umsetzen kann. Sei es zum Beispiel das Telefonieren im Stehen oder Gehen oder der bewusste Spaziergang nach Feierabend", so Arps. Laut Kladny ist auch sogenanntes aktives Sitzen wichtig, also regelmäßige Positionswechsel.

Wir zeigen Ihnen hier drei einfache Übungen, mit denen Sie im Homeoffice Ihren Rücken stärken können.

NEUE FOLGE: RTL.de-Doku "Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus: Wie besiegen wir Corona?"

Im zweiten Teil der RTL.de-Doku "Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus" stellen wir die Frage: Wie besiegen wir Corona? Dafür gleichen die Autoren die verschiedenen Maßnahmen einzelner Länder rund um den Globus mit den aktuellen Empfehlungen von Forschern ab.

Quelle: DPA / RTL.de