Heiner Garg appelliert an alle Bürger

Gesundheitsminister zu Corona-Ausbruch in Dithmarschen: "Das ist keine Lappalie"

30. Juli 2020 - 18:39 Uhr

Reiserückkehrer lassen Corona-Zahlen steigen

44 Corona-Neuinfektionen in den vergangen sieben Tagen: Im Raum Dithmarschen steigen die Infektionszahlen rasant an. Der ländliche Kreis in Schleswig-Holstein könnte zum neuen Risikogebiet werden. Ingesamt leben laut Robert-Koch-Institut rund 133.000 Menschen in dem Gebiet. Die rechnerische Grenze für eine Einstufung als Risikogebiet liegt bei 66,5 Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage.

Für die steigenden Zahlen sollen vor allem Urlaubsrückkehrer aus Balkan-Staaten und Skandinavien verantwortlich sein. Deshalb führt Schleswig-Holstein jetzt kostenlose Tests an Urlaubs-Hotspots wie Flughäfen, Häfen und Grenzübergängen ein – mehr dazu im Video.

Härtere Schutzmaßnahmen in Heide ab Samstag

In der Dithmarscher Kreisstadt Heide sollen laut Landrat Stefan Mohrdieck ab Samstag wieder strengere Corona-Regeln gelten: Maximal dürfen sich zwei Personen aus verschiedenen Haushalten treffen, öffentliche Veranstaltungen fallen solange aus, bis die Zahlen wieder sinken. Der Wochenmarkt darf nur mit Mund-Nasen-Schutz besucht werden. Die Maßnahmen sollen stärker kontrolliert werden, gelten aber nur in der Stadt Heide, weil dort die meisten Neuinfektionen festgestellt wurden. Der Landrat betont aber: "Es gibt keinen Lockdown für Dithmarschen."

Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP): „Das ist keine Lappalie."

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) reagiert am Donnerstag mit klaren Worten auf die steigenden Zahlen: "Das hat mit einer gewissen sich schleichend verbreiteten Sorglosigkeit mancher Menschen zu tun." Allein von Mittwoch auf Donnerstag ist die Zahl der Infizierten im Bundesland um 22 gestiegen. Deshalb appelliert der Gesundheitsminister an alle Schleswig-Holsteiner, sowie an Urlauber: "Das ist keine Lappalie, das ist auch nicht cool, sich weder an ein Abstandsgebot, noch an eine Maskenpflicht zu halten, dort wo sie besteht. [...] Mein dringender Appell und meine Bitte, wieder etwas mehr Vernunft und auch Rücksichtnahme, füreinander walten zu lassen."

Testpflicht für Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten

Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten müssen sich verpflichtend testen lassen und sich bis zum Erhalt der Testergebnisse in Quarantäne begeben. Die Testungen starten ab Freitag an Flughäfen, sowie an den Häfen in Kiel, Lübeck, Puttgarden und am Grenzübergang nach Dänemark.Urlauber aus Nicht-Risikogebieten können sich freiwillig testen lassen.