Gesundheitsminister Jens Spahn: HIV-Selbsttests für Zuhause sollen bald frei verkäuflich sein

8. Juni 2018 - 21:01 Uhr

HIV-Selbsttest soll anonym Gewissheit bringen

Knapp 13.000 Menschen sind in Deutschland mit dem HI-Virus infiziert, ohne es zu wissen. So schätzt es das Robert-Koch-Institut. Die Zahl ist wohl auch deshalb so hoch, weil viele mögliche Betroffene sich aus Scham nicht beim Arzt testen lassen. Deshalb will Gesundheitsminister Jens Spahn ab dem Herbst 2018 HIV-Selbsttests für Zuhause in den freien Verkauf bringen.

Jens Spahn: "Der HIV-Selbsttest ist ein Meilenstein beim Kampf gegen Aids"

"Der HIV-Selbsttest ist ein Meilenstein beim Kampf gegen Aids. Er kann auch jene erreichen, die sich sonst nicht testen lassen würden", sagt Spahn der Funke-Mediengruppe. In Frankreich gibt es die HIV-Selbsttests bereits – Kostenpunkt etwa 25 Euro. Bei uns soll es dann ab Herbst 2018 so weit sein: Dann wird der Test nicht nur in der Apotheke zu kaufen sein, sondern auch in Drogerien.

Jeder kann ihn alleine Zuhause benutzen

Er ist so aufgebaut, dass jeder ihn ganz einfach alleine zu Hause anwenden kann. So ist es möglich, sich anonym Gewissheit zu verschaffen. Je früher die Diagnose HIV bekannt ist, desto früher könne sie behandelt werden, so Spahn. Die Deutsche AIDS-Hilfe spricht sich für die Legalisierung von HIV-Selbsttests in Deutschland aus.

Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest zeigt ein Streifen an, ob eine HIV-Infektion vorliegt – nur eben per Bluttest. Laut Hersteller soll der HIV-Test drei Monate nach Infizierung zu 99,9 Prozent zuverlässig sein. Wie genau der HIV-Selbsttest funktioniert, sehen Sie im Video.

Doch der HIV-Selbsttest hat nicht nur Befürworter. So kritisiert Thomas Benkert, Präsident der Bayerischen Landesapothekerkammer, dass Infizierte dann mit der Schock-Diagnose plötzlich alleine dastünden - ohne Unterstützung bei einer möglicherweise unheilbaren Krankheit.