Gesundheits-Experte warnt

"Haben neue Pandemie in der Pandemie"

Janosch Dahmen - Gesundheitsexperte der Grünen
Janosch Dahmen - Gesundheitsexperte der Grünen
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19. Februar 2021 - 8:45 Uhr

Mutation steigt "deutlich" an

Zwar waren die Infektionszahlen zuletzt gefallen. Eigentlich eine gute Entwicklung. Jedoch gab Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch bekannt, dass der Anteil der ansteckenderen Virus-Mutation B.1.1.7 bereits bei über 20 Prozent der Neuinfektionen liege.

Der Gesundheitsexperte der Grünen, Janosch Dahmen, warnte im RTL/ntv-Frühstart: "Die Situation ist durch die Mutation sehr, sehr ernst. Wir sind in einem Wettlauf mit diesen Mutationen."

Die Konsequenz: "Wir müssen eigentlich davon sprechen, dass wir eine neue Pandemie in der Pandemie haben", erklärt Dahmen, der bis November 2020 als Oberarzt tätig war. Zwar fielen auf der einen Seite die Fallzahlen des Ursprungstyps des Virus, so der Grünen-Gesundheitsexperte, dies finde aber alles unter dem Deckmantel der Mutation statt, bei dem der R-Wert bei 1,3 liege, "also deutlich am Ansteigen" sei.

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Mehr Tote zu befürchten

Dahmen fügte hinzu, dass man die aktuellen Zahlen nüchtern betrachten müsse. Man könne zwar an einigen Stellen die strengen Maßnahmen lockern, allerdings: "Wenn wir bei den Maßnahmen, die gelten, nicht konsequenter und hier wirklich sehr vorsichtig sind, dann gehen wir einfach von den aktuellen Entwicklungen davon aus, dass wir eine Umkehr haben werden."

Dies habe erneute Anstiege bei den Neuinfektionen zur Folge, eine Belastung im Gesundheitswesen und "wieder viele zusätzliche Tote."

Auf die Frage, ob sich Dahmen auch mit dem Impfstoff der Firma Astrazeneca impfen lassen würde, sagte der Grünen-Politiker: "Auf jeden Fall." Der Impfstoff biete einen 70-prozentig höheren Schutz, als gar keine Impfung, was "sehr viel Wert" sei, so Dahmen. Weiter: "Der Impfstoff ist wirkungsvoll und er ist sicher."

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Zwei Schnelltests pro Woche

Bundesgesundheitsminister Spahn hatte angekündigt, dass ab dem 1. März auch flächendeckend Schnelltests zum Einsatz kommen würden. Auch Dahmen sagte, dass Schnelltests ein wichtiger Faktor für die Pandemie-Bekämpfung seien. Man brauche sie nun "dringend in großer Anzahl."

Allerdings betonte der Grünen-Politiker, dass er nichts von Schnelltests nur in Apotheken oder bei Ärztinnen und Ärzten halte: "Wo wir sie wirklich brauchen, ist zur Selbstanwendung. Ich fordere, dass wir für jede Bürgerin und jeden Bürger zwei Schnelltests zur Selbstanwendung pro Woche bekommen und weitere Tests kostengünstig bereitstellen." Nur so könne man "wirkungsvoll" die Pandemie inklusive Mutationen bekämpfen.

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