Geständnis: Stieftochter schwer misshandelt

12. Februar 2016 - 23:04 Uhr

Mit einem Geständnis hat vor dem Münchner Landgericht der Prozess gegen eine junge Frau wegen schwerer Misshandlung ihrer Stieftochter begonnen. Die 23-Jährige räumte ein, die Tochter ihres Mannes vor einem Jahr mit siedend heißem Wasser abgeduscht und dem Kind schwerste Verbrühungen an den Oberschenkeln und im Genitalbereich zugefügt zu haben. Die Sechsjährige habe wieder einmal ins Bett gemacht, gab die Senegalesin als Grund an.

Mitangeklagt wegen Körperverletzung durch Unterlassen ist der 42 Jahre alte Vater der Kleinen. Der Afrikaner mit deutschem Pass hatte seine lebensgefährlich verletzte Tochter erst nach fünf Tagen in eine Kinderklinik gebracht. Das Kind war damals knapp sieben Wochen in stationärer Behandlung. Es hatte Verbrühungen zweiten und dritten Grades erlitten, mögliche Folgeschäden sind noch nicht absehbar.

Der Vater hatte seine Tochter aus einer früheren Verbindung 2008 nach München geholt. Seine Frau bekam im selben Jahr einen Sohn von ihm, während der Untersuchungshaft brachte sie einen zweiten Jungen zur Welt. Alle drei Kinder sind bei Pflegefamilien untergebracht.

Laut Anklage begann die Stiefmutter das Kind bereits kurz nach dessen Ankunft zu misshandeln. Unter anderem drückte sie die Hand der Sechsjährigen auf eine heiße Kochplatte, ein anderes Mal schleuderte sie die Stieftochter zu Boden und trat sie. Die Kleine habe aus ihr unbekannten Gründen immer ein "distanziertes Verhältnis" zu ihr gehabt, verteidigte sich die Angeklagte vor Gericht.