Geständnis: Frau gibt sich jahrelang als Lehrerin aus

Eine Frau, die sich jahrelang al Lehrerin ausgegeben hatte, gesteht ihren Betrug vor Gericht.
Eine Frau, die sich jahrelang al Lehrerin ausgegeben hatte, gesteht ihren Betrug vor Gericht.
© dpa, Carsten Rehder

22. Mai 2015 - 8:04 Uhr

Anklage wegen Betrugs und Urkundenfälschung

Mit gefälschten Examen hatte sie sich zwei Jahrzehnte lang immer wieder als Lehrerin in den Schuldienst geschummelt - nun rückte die ehemalige Beamtin mit der Wahrheit heraus. Zögernd und ab und an weinend gestand die Frau vor dem Amtsgericht Kiel, dass sie sich nach der Wende mit gefälschten Zeugnissen und Staatsexamina in mehreren Bundesländern für das Lehramt beworben hatte und angenommen wurde.

Die Anklage gegen die alleinstehende Mutter und gelernte Krankenschwester lautet auf gewerbsmäßigen Betrug und Urkundenfälschung. Demnach verfügt die Angeklagte weder über gültige Hochschulabschlüsse, noch Diplom oder Staatsexamina. Im Prozess werden selbst Zweifel am Abiturzeugnis laut. Dennoch startet sie zu Zeiten von Wende und Wiedervereinigung ihre Lehrerlaufbahn Anfang der 1990er Jahre in Wolgast. Sie habe mit der als Propagandafach geltenden DDR-Staatsbürgerkunde kaum Chancen auf Anstellung gehabt, deutet sie an.

"Es war eine Zeit, in der Vergangenheiten gelöscht wurden. So war es auch bei mir." 1995 wechselte sie nach Brandenburg, später nach Berlin, wo sie auch verbeamtet wurde. "Ich lebte in dauernder Angst, dass die Zeugnisse näher betrachtet würden", sagte sie. Noch größer sei aber ihre Angst vor Arbeitslosigkeit gewesen. So log sie sich von Anstellung zu Anstellung weiter durch. In ihrem Geständnis schien sie reuig und bat um Entschuldigung. "Ich wollte schon seit meiner Kindheit Lehrerin werden."

Die Unstimmigkeiten in ihren Unterlagen fielen im Bildungsministerium in Kiel erst auf, als ein Möllner Gymnasialdirektor 2010 die Schulaufsicht einschaltete. Er beschreibt die Leistungen der als Beamtin übernommenen angeblichen Lehrerin vor Gericht als unterdurchschnittlich.