17. Dezember 2010 - 12:49 Uhr

Der neueste Clou der Facebook-Betreiber

Der durchschnittliche Facebook-Nutzer zählt stolze 130 Freundschaften in dem sozialen Netzwerk. Bei solch einer Zahl kann man schon mal leicht den Überblick darüber verlieren, welches Gesicht überhaupt welchen Namen trägt. Deshalb startet das weltgrößte soziale Netzwerk bald ihren neuesten Coup: Eine Gesichtserkennungs-Software, die Vorschläge macht, wer auf den neu hochgeladenen Fotos zu sehen ist. So sollen die mehr als 500 Millionen Nutzer ihre Freunde auf den Fotos automatisch identifizieren können.

Das hat für Facebook-Entwickler Justin Mitchell einen weiteren Vorteil. "Wenn du jetzt Fotos von der Hochzeit Deines Cousins hochlädst, gruppieren wir alle Bilder der Braut und schlagen ihren Namen vor", schrieb er in einem Blogeintrag. "Anstatt 64 Mal ihren Namen zu schreiben, musst du nur noch 'Speichern' klicken, um alle Fotos auf einmal zu markieren."

Datenschützer sind beunruhigt

Die neue errungenschaft wird zunächst bei fünf Prozent der der US-amerikanischen Nutzer getestet und soll dann Schritt für Schritt die ganze Welt erreichen. Man kann die Gesichtserkennungsfunktion in seinen Datenschutz-Einstellungen aber auch abschalten – etwa, wenn man nicht auf unvorteilhaften Bildern der letzten Party 'getaggt' werden möchte, also eine direkte Verlinkung zum eigenen Facebook-Profil verhindern will. Generell gebe es beim 'Taggen' Einschränkungen, wie die Betreiber betonen. So könne man einen Nutzer nur in einem Bild verlinken, wenn er zu den eigenen Freunden gehört.

Doch das reicht Datenschützern nicht. "Ich halte dies für eine beunruhigende Entwicklung", sagte der für Facebook zuständige Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar. "Es darf nicht sein, dass Nutzer des Dienstes befürchten müssen, künftig auf allen, gerade von dritten Personen eingestellten Bildern aufgerufen zu werden. Ohne eine Einwilligung der Betroffenen darf dies nicht geschehen", forderte er. Seine Behörde werde die Einführung der Gesichtserkennung genau beobachten. "Es zeigt sich, dass das, was technisch möglich ist, letztlich auch umgesetzt wird."