Gesetzesvorschlag der EU-Kommission: Recht auf ein Konto für jeden

In Bulgarien und Rumänien hat jeder Zweite kein eigenes Konto.
© dpa, Salome Kegler

09. Mai 2013 - 12:28 Uhr

Wohl hunderttausende Betroffene in Deutschland

Für viele eine Selbstverständlichkeit, aber 30 Millionen erwachsenen EU-Bürgern nicht vergönnt: Ein eigenes Bankkonto. Das Problem: Bankinstitute können Interessierte abweisen, wenn sie beispielsweise keinen festen Wohnsitz nachweisen können, nicht kreditwürdig sind oder zu wenig verdienen. Die EU-Kommission will das ändern: Die Brüsseler Behörde präsentiert heute einen Gesetzesvorschlag. Die Regelung soll jedem EU-Bürger das Recht auf ein eigenes Konto sichern.

In Deutschland beträfe das vermutlich Hunderttausende – genaue Zahlen sind nicht bekannt. In Bulgarien und Rumänien hat sogar jeder Zweite kein eigenes Konto. In jedem Land soll es mindestens eine Bank geben, die das allen Verbrauchern möglich macht, ganz gleich über welche finanziellen Mittel die Kunden verfügen – eine Art 'Basiskonto', das zwar nicht überzogen werden darf, aber sonst alle üblichen Standards erfüllt.

Außerdem soll das Gesetz ermöglichen, die Bank leichter wechseln zu können. Banken sollen kundenfreundlicher arbeiten, der Papierkram soll nicht enorm sein. Auch die Kosten für ein Konto sollen transparenter werden, damit Kontoführungsgebühren besser verglichen werden können. Dem Vorschlag der EU-Kommission müssen das Europaparlament und die EU-Staaten zustimmen, damit es in Kraft tritt.