Gesetzentwurf soll Lebensmittelverschwendung bis 2020 halbieren

Viele Erzeugnisse landen heutzutage unverbraucht im Müll.
Viele Erzeugnisse landen heutzutage unverbraucht im Müll.
© dpa bildfunk

20. Oktober 2012 - 11:16 Uhr

Prämierung der "Branchenbesten" als Anreiz

Viele Nahrungsmittel werden nicht optimal verbraucht. Nicht nur in den Haushalten werden viele Lebensmittel weggeworfen, auch die Industrie trägt durch Überproduktion dazu bei, dass viele Erzeugnisse nicht gekauft werden und somit in den Regalen von Supermärkten vergammeln. Daher wollen die Bundestagsfraktionen Wirtschaft und Handel beim Vorgehen gegen Lebensmittelverschwendung in Deutschland stärker in die Pflicht nehmen. Wie die 'Saarbrücker Zeitung' berichtet, geht dies aus einem gemeinsamen Antrag der schwarz-gelben Koalition und der Opposition aus SPD und Grünen hervor.

Grundlage des Antrags sei das Ziel, die Verschwendung von Lebensmitteln bis 2020 zu halbieren. Die Bundesregierung müsse mit der Wirtschaft "branchenspezifische Zielmarken" zur Reduzierung von Lebensmittelabfall vereinbaren und den jeweils "Branchenbesten" veröffentlichen, heißt es laut Zeitung in dem Antrag. Verzichtet werden solle teilweise auch auf das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Verpackungen. Die Regierung solle prüfen, heißt es in dem Papier, ob bei lange haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln die Pflicht zur Datumsangabe entfallen könne.

Aigner: Parteieneinigkeit ein gutes Zeichen

Jedes Jahr würden in Deutschland knapp elf Millionen Tonnen Lebensmittel von Industrie, Handel, Großverbrauchern und Privathaushalten entsorgt, kritisieren die Fraktionen. Viele dieser Abfälle seien vermeidbar.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) sagte dem Blatt, der parteiübergreifende Konsens sei ein gutes Signal im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung. Am Donnerstag beraten die Oppositionsparteien Bündnis 90/Die Grünen und die Linksfraktion in einer Plenarsitzung über die ersten Entwürfe zur Gesetzgebung.