Schreckliche Tragödie für venezolanische Familie

Geschwister spielen im Garten - kurz darauf sind sie tot

Jhofran (5) und seine dreijährige Schwester Amira durften im Garten ihrer Oma spielen - kurz darauf waren sie tot.
Jhofran (5) und seine dreijährige Schwester Amira durften im Garten ihrer Oma spielen - kurz darauf waren sie tot.
© Facebook / El Nuevo Sur

25. Oktober 2021 - 12:19 Uhr

Besuch bei der Großmutter endete tödlich

Der kleine Jhofran (5) und seine dreijährige Schwester Amira durften im Garten ihrer Oma spielen. Doch dann wurde der Ausflug zur Großmutter in der kleinen Gemeinde Montecitos Río de Oro (Kolumbien) zur Familientragödie! Die Geschwister aßen Früchte im Garten – kurz darauf waren sie tot.

Kinder hielten Früchte für Äpfel

In einem unbeobachteten Moment in Omas Garten schnappten sich die Kinder einige Früchte, die sie für Äpfel hielten von einem Baum – und aßen diese auf. Laut lokalen Medienberichten soll es aber kein Apfelbaum gewesen sein, sondern eine Pflanze, die in der Region als "Bola de toro" (Schellenbaum) bekannt ist. Dieser Strauch ist hochgiftig.

Schon nach einer Stunde sollen Jhofran und Amira Krämpfe bekommen haben und sie mussten sich übergeben. Die Kinder kamen in ein Krankenhaus, zwei Tage kämpften die Ärzte um das Leben der Geschwister.

Zuerst starb das Mädchen, dann der Junge

"Weil wir aus Venezuela stammen, zahlte unsere Krankenversicherung hier nicht viel", klagt der Vater laut dem Portal "heute.at".

Der Zustand der kleinen Amira verschlechterte sich rapide, dennoch bekam sie nur eine Infusion, ehe sie auf die Intensivstation verlegt wurde. Wie die Nachrichtenseite "El Pilón" berichtet, starb das Mädchen schließlich am Sonntag (17. Oktober).

Um seinem Sohn dieses schreckliche Schicksal zu ersparen, flehte die Familie die Behörden an, den Fünfjährigen in ein besser ausgestattetes Krankenhaus in der nächsten Stadt zu verlegen. Doch Jhofran erlitt noch während der Fahrt in ein anderes Krankenhaus einen tödlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Der kleine Junge hatte noch mehr Früchte gegessen als seine Schwester.

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Polizei ordnet an, alle Bäume zu entfernen

Der schreckliche Schicksalsschlag schockte die gesamte Dorfgemeinde. Der örtliche Polizeikommandant hat nun angeordnet, dass alle "Bola de Toro"-Bäume aus den Gärten innerhalb der Ortsgrenze entfernt werden. Wer sich weigert, kassiert eine Geldstrafe.

Bei der Verwendung wie bei der Ernte des Schellenbaums ist größte Vorsicht geboten, da nicht nur die Samen, sondern nahezu alle Teile der Pflanze stark giftig sind. Der eventuell austretende milchartige Saft kann bereits bei bloßem Hautkontakt zu Reizungen führen. In Brasilien wurde das Holz zum Fischfang eingesetzt, wobei die Fische durch das austretende Gift betäubt wurden. In Indien wird das Pulver als Schädlingsbekämpfungsmittel verwendet. (jar)