Geschirrspüler im Test: Langsam spülen spart Strom und Wasser

Stiftung Warentest hat Spülmaschinen unter die Lupe genommen und geschaut, welches Gerät am sparsamsten ist.
Stiftung Warentest hat Spülmaschinen unter die Lupe genommen und geschaut, welches Gerät am sparsamsten ist.
© picture-alliance/ dpa, Bernd Thissen

01. September 2015 - 13:37 Uhr

Kurzes Programm bedeutet nicht wenig Verbrauch

Beim Kauf eines Geschirrspülers legen die meisten Kunden Wert auf einen geringen Wasser- und Stromverbrauch. Doch die Annahme, ein schnelles Kurzprogramm würde sparsamer sein, ist falsch: ist die Maschine schnell fertig, braucht sie von beidem besonders viel, um das Geschirr zu reinigen. Die Stiftung Warentest hat jetzt Spülmaschinen unter die Lupe genommen und geschaut, welches Gerät am sparsamsten ist.

Getestet wurden insgesamt 18 vollintegrierbare Geräte, die das Bedienelement innen haben und sich somit voll in eine Küchenzeile einfügen, und 12 teilintegrierbare Modelle, die den vorherigen bauähnlich sind. Die Preisspanne lag bei den Vollintegrierbaren Maschinen bei 290 Euro bis 1.200 Euro, bei den teilintegrierbaren zwischen 430 Euro und 1.190 Euro. Die Herstellerpalette umfasste alle großen Marken und auch Billig-Anbieter.

Dem Testergebnis zufolge haben die meisten Anbieter bei ihren Sparprogrammen tatsächlich einen Großteil des Sparpotenzials ausgenutzt. Die Programme sparen am Ende tatsächlich Strom und Wasser, benötigen aber dafür deutlich mehr Zeit. Das liegt daran, dass die vier Faktoren Reinigungsmittel, Mechanik, Temperatur und Zeit direkt voneinander abhängen. Will man bei einem Sparen, muss ein anderes erhöht werden. Das bedeutet unter dem Strich, dass man für sparsames und umweltfreundliches Reinigen vor allem Geduld braucht.

Auf die Betriebskosten kommt es an.

Die niedrigsten Verbrauchswerte brachte ein Gerät aus dem Hause Bosch hervor. Dabei erzielte der Spüler auch noch in allen geprüften Programmen ein sehr gutes Reinigungsergebnis und liegt mit einem mittleren Preis von 775 Euro auch deutlich unter den teuersten Geräten. Ähnlich gute Eigenschaften erzielte auch ein Produkt aus der Palette von Miele. Dieses ist aber mit einem mittleren Preis von 1.200 Euro deutlich teurer.

Als günstige Alternative erwies sich ein Modell von Beko, welches ein sehr gutes Reinigungsergebnis mit niedrigen Verbrauchswerten im Sparprogramm kombinieren konnte und im Einkauf gerade einmal 500 Euro im Schnitt in Rechnung stellt. Dennoch sind die Betriebskosten auf lange Sicht schon um einiges höher, als die des Bosch-Spülers.

Ein zu sparsames Verhalten beim Gerätekauf zahlt sich letztlich nicht aus. Die Maschinen mit den geringsten Anschaffungskosten stammten aus der Produktpalette von Thor und Progress. Sie erzielten zwar auch ein gutes Reinigungsergebnis, verbrauchten aber in allen Programmen dafür deutlich mehr Strom und Wasser, was die Betriebskosten natürlich in die Höhe treibt und auch nur ausreichende bis befriedigende Umwelteigenschaften hervorbrachten.