Elf Verdächtige in Polizeigewahrsam

Geschichtslehrer bei Paris enthauptet: Polizei nimmt weitere mögliche Unterstützer fest

18. Oktober 2020 - 18:17 Uhr

Geschichtslehrer zeigte Mohammed-Karikaturen im Unterricht

In Frankreich hat die Polizei nach dem tödlichen Angriff auf einen Geschichtslehrer inzwischen elf Verdächtige festgenommen. Ein 18 Jahre alter mutmaßlicher Islamist hatte dem 47 Jahre alten Lehrer Samuel P. auf dem Nachhauseweg im Pariser Vorort Conflans-Sainte-Honorine aufgelauert und ihn mit einem Messer enthauptet. P. hatte seinen Schülern im Unterricht Mohammed-Karikaturen gezeigt, als er das Thema Meinungsfreiheit besprach.

Polizei spürt mutmaßliche Unterstützer des Täters auf

Der Angreifer wurde kurz nach der Bluttat von der Polizei erschossen. Die Polizei geht aber davon aus, dass der junge Mann Unterstützer hatte. Ein Vater hatte offenbar bereits im Vorfeld gegen den Lehrer Stimmung gemacht, nachdem er Anfang Oktober im Staatsbürgerunterricht mit den Schülern die Karikaturen diskutiert hatte. Er befindet sich nun unter den Festgenommenen, ebenso wie ein bekennender Islamist, den der Vater mit in die Schule brachte, als er sich bei der Schulleitung über den Lehrer beschwerte.

Kurz nach dem Verbrechen waren vier enge Verwandte des 18-Jährigen, der tschetschenische Wurzeln hat, festgenommen worden. Weitere fünf Verdächtige wurden etwas später in Gewahrsam genommen, eine zehnte Person am Samstag. Nun gab die Polizei bekannt, dass ein elfter Verdächtiger festgenommen wurde.

Große Anteilnahme nach dem Tod des Lehrers
Vor der Schule des ermordeten Lehrers in Conflans-Sainte-Honorine liegt ein Meer aus Blumen.
© imago images/Hans Lucas, Marie Magnin via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Französische Regierung will Lehrer besser schützen

Premierminister Jean Castex sagte der Zeitung "Journal du Dimanche", die Regierung arbeite an einer Strategie, um die Lehrer besser zu schützen. "Ich will, dass die Lehrer wissen, dass nach dieser gemeinen Tat das ganze Land hinter ihnen steht." Die Tragödie betreffe jeden in Frankreich, denn mit diesem Lehrer sei die Republik angegriffen worden. Präsident Emmanuel Macron wertete am Samstag das Attentat auf den 47-jährigen Lehrer als islamistischen Terrorakt.

Finanzminister Bruno Le Maire will nun die Finanzflüsse einiger islamistischer Vereine schärfer kontrollieren. "Es gibt ein Problem bei der Finanzierung einer Reihe von islamistischen Vereinen, hier können und müssen wir es besser machen", sagte Le Maire dem Sender "France 3 Television". Als Beispiel nannte er Kryptowährungen.

Quelle: Reuters, RTL.de