Überblick von Rechtsanwältin Nicole Mutschke

Kann ich nach dem verlängerten Lockdown noch Weihnachtsgeschenke umtauschen?

06. Januar 2021 - 10:55 Uhr

Diese Umtausch-Rechte haben Verbraucher

Wegen des bis zum 31. Januar verlängerten Lockdowns bleiben die meisten Geschäfte weiterhin geschlossen. Das bedeutet auch für alle Kunden, die noch Weihnachtsgeschenke zum Umtauschen haben: Abwarten, bis die Läden wieder öffnen. Rechtsanwältin Nicole Mutschke verrät im Video, welche Rechte Sie haben und worauf Sie achten sollten.

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Rückabwicklung bei Online-Käufen einfacher

Zunächst einmal gilt: Ein generelles Recht auf Umtausch gibt es im Handel nicht, sagt Nicole Mutschke, Anwältin für Verbraucherrecht. Ist die Ware frei von Mängeln, reicht als Grund für den Umtausch nicht aus, dass die Ware nicht gefällt oder nicht passt. Wenn Händler die Ware zurücknehmen, dann passiert das häufig aus Kulanz. Ob und wann ein Geschäft Geschenke umtauscht, kann der Händler selbst entscheiden. Auch, ob er das Geld zurückerstattet oder einen "Ware-gegen-Ware-Tausch" vornimmt. Auch stellen viele Läden Gutscheine aus, denn so bleibt das Geld im Unternehmen.

Anders ist es bei Online-Käufen. Hier haben Kundinnen und Kunden ein vierzehntägiges Widerrufsrecht und können die Ware ohne Angabe innerhalb der Frist zurückschicken. Doch auch hier kann nicht alles einfach zurückgeschickt werden. Lebensmittel oder individualisierte Ware sind oftmals vom Umtausch ausgeschlossen.

Der Online-Riese Amazon hat bereits Anfang Oktober im Vorweihnachtsgeschäft reagiert und den Kunden eine Rücksendung bis zum 31.01.2021 ermöglicht.

Umtausch auch nach dem Lockdown möglich?

Wegen der Schließungen im Einzelhandel ist der Umtausch von Geschenken dieses Jahr etwas komplizierter- aber nicht unmöglich. Denn viele Läden haben ihre Umtauschfristen verlängert und bieten z.B. ein 100-tägiges Rückgaberecht an.

Somit können Geschenke auch nach dem 31.Januar zurückgegeben werden, falls der Lockdown noch weiter verlängert wird. Sollte einem der Umtausch nach dem Lockdown verweigert werden, rät Rechtsanwältin Mutschke: "Wenn mir einmal ein Umtauschrecht gewährt wurde, was ich praktisch nicht ausüben konnte, weil es sozusagen unmöglich war, dann muss der Vertrag angepasst werden und das Umtauschrecht an den Lockdown drangehängt werden."

TVNOW-Doku "Corona - Die 2. Welle"

Wie konnte es zu den vielen Corona-Erkrankten und dann zum Teil-Lockdown kommen? Mit aufwendigen Experimenten ergründen wir das in der neuen Doku "Corona - Die 2. Welle" auf TVNOW.