Umtausch oder Weiterverkauf? Das sagen Experten

So wird man ungeliebte Weihnachtsgeschenke wieder los

Wer mit einem Weihnachtsgeschenk unzufrieden ist, kann es wieder verkaufen.
© IHAR ULASHCHYK (IHAR ULASHCHYK (Photographer) - [None], iStockphoto

09. Januar 2020 - 13:03 Uhr

Expertentipps: Ungewollte Geschenke weiterverkaufen

Die Bescherung zu Weihnachten könnte so schön sein, wenn da nicht die Krux mit ungeliebten oder unnützen Geschenken wäre: falsche Größe, falsches Gerät, falsche Farbe, hat man schon. Was kann man tun, wenn das Geschenk nicht gefällt oder einfach nicht gebraucht wird? Wir haben Experten gefragt, wie und wo Sie ungeliebte Weihnachtsgeschenke am besten wieder loswerden.

Manchmal ist das Weihnachtsgeschenk einfach das Falsche

Es gibt genügend Gründe, warum ein Geschenk nicht so ankommt, wie man es erhofft hat. Zum Wegwerfen ist es aber natürlich zu schade. Was also tun?

Die natürlichste Reaktion wäre, das Geschenk an den Schenkenden zurückzugeben, meint Jochen Fuchs von der Fachzeitschrift "t3n". So kann dieser es umtauschen oder sein Geld zurückbekommen. Einen Anspruch oder Recht darauf gebe es im Handel allerdings nicht, erklärt Philip Heldt. "Man ist hier auf den guten Willen angewiesen", weiß der Experte von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Ein Umtauschrecht bestehe gesetzlich nur dann, wenn die Ware fehlerhaft sei, erläutert Rainer Schuldt von der "Computer Bild".

Wann nehmen Händler die Ware nicht zurück?

Im Onlinehandel dagegen gilt ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Die meisten großen Internethändler verlängern den Experten zufolge über Weihnachten freiwillig ihre Rückgabe- oder Umtauschfristen.

Allerdings gibt es bei der Rückgabe Regeln. Viele Händler - auch Onlineshops - nehmen keine Ware zurück, die aus hygienischen Gründen nicht mehr wiederverkauft werden kann, etwa Rasierer oder Epilierer. Schuldt rät: "Wer solche Geschenke erhält und sofort merkt, dass sie nicht gefallen, sollte sie nicht aus der Verpackung nehmen, sondern versiegelt lassen". Das gilt auch für CDs, DVDs oder Blu-rays.​

Ankaufsdienste oder Kleinanzeigen für Weiterverkauf nutzen

Eine junge Frau sitzt an einem Laptop,
Ungeliebte Geschenke kann man auch bei Online-Marktplätzen weiterverkaufen.
© picture alliance / dpa, Jens Kalaene

Wer gleich klarmacht, dass einem ein Präsent nicht gefällt, läuft natürlich Gefahr, den Schenkenden zu kränken - und sorgt damit ungewollt für angespannte Stimmung unterm Weihnachtsbaum. Wer sich das sparen will, kann versuchen, das Geschenk auf eigene Faust zu verkaufen, etwa über einen Ankaufdienst wie etwa Asgoodasnew, Buyzoxs, Clevertronic, Rebuy, Smallbug oder Wirkaufens. Flohmärkte sind laut Verbraucherschützer Philip Heldt keine gute Idee: Gerade für hochwertige Elektronik seien sie nicht geeignet.

Profitabler ist es laut den Experten, das Gerät etwa über Online-Marktplätze wie Ebay Kleinanzeigen, Quoka oder Shpock zu versilbern. Oder man schaltet eine gedruckte Kleinanzeige in einer Zeitung - oder hängt Zettel an schwarzen Brettern aus.

Darüber hinaus bieten lokale Facebook-Gruppen die Möglichkeit, ungewollte Geschenke anzupreisen. "Bei all diesen Optionen muss man aber etwas Zeit mitbringen und Nerven beweisen, weil sich die Preisverhandlungen hinziehen können", warnt Jochen Fuchs.

Am besten Abholung gegen Barzahlung

Rainer Schuldt appelliert: "Vereinbaren Sie immer Abholung gegen Barzahlung." Komme ein Versand infrage, rät Lisa Brack vom Portal "Chip.de", sich nur per Vorkasse bezahlen zu lassen - etwa per Überweisung oder über einen Bezahldienst wie Paypal.

Für die Preiskalkulation ist es sinnvoll, etwa über Preissuchmaschinen oder im Geschäft nachzuprüfen, wie teuer das Geschenk beim Neukauf war. Dann gilt es, einen vernünftigen Abschlag zu kalkulieren. Hierfür kann man online schauen, für wie viel Geld vergleichbare Geräte verkauft wurden.​

Warum das Weihnachtsgeschenk nicht einfach spenden?

Wer ungern online verkauft, kann einfach mal im Freundes- oder Kollegenkreis fragen, ob jemand das Gerät gebrauchen könnte. Und wenn auch das nicht klappt, bleibt einem immer noch die Chance, ungeliebte Artikel beim nächsten Wichteln loszuwerden. Oder man wählt die weihnachtlichste Alternative - und spendet das nicht gewünschte Geschenk.


Quelle: DPA/ RTL.de