Geschäftsmann nach Vietnam entführt: Haftstrafe bestätigt

Eine modellhafte Nachbildung der Justitia steht neben einem Holzhammer und einem Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/dpa/Archiv
© deutsche presse agentur

03. Februar 2020 - 13:30 Uhr

Die Entführung eines vietnamesischen Geschäftsmanns in Berlin löste eine diplomatische Krise aus - nun ist ein Beteiligter rechtskräftig zu fast vier Jahren Haft verurteilt. Die obersten Strafrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) verwarfen die Revision des Mannes bereits vor mehreren Monaten, wie erst jetzt in Karlsruhe mitgeteilt wurde. (Az. 3 StR 562/18)

Der Geschäftsmann Trinh Xuan Thanh war am 23. Juli 2017 überfallen und mitsamt seiner Freundin von fünf asiatisch aussehenden Männern in einen Transporter gezerrt worden. Inzwischen wurde er in Vietnam wegen Korruptionsvorwürfen zwei Mal zu lebenslanger Haft verurteilt.

Das Berliner Kammergericht ging davon aus, dass dahinter der vietnamesische Geheimdienst steckte. Ein Vietnamese aus Prag hatte gestanden, den Transporter gemietet und nach Berlin und zurück gebracht zu haben. Er wurde im Juli 2018 wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit und Beihilfe zur Freiheitsberaubung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt.

Der frühere Manager Thanh hatte in Deutschland politisches Asyl gesucht. Wegen seiner Entführung hatte die Bundesregierung den offiziellen Vertreter des vietnamesischen Geheimdienstes in Deutschland und einen Diplomaten ausgewiesen. Der BGH bestätigt in seinem Beschluss auch, dass die Operation völkerrechtswidrig war. Deutschland hatte vergeblich die unverzügliche Rückkehr des Verschleppten verlangt.

Quelle: DPA