Gerüchte: Verkauft GM Opel nun doch?

30. November 2011 - 21:24 Uhr

Neue Aufregung bei Opel

Dem krisengeschüttelten Autobauer Opel droht nach übereinstimmenden Informationen von 'Auto Bild' und 'Spiegel' erneut der Verkauf. Die US-amerikanische Opel-Mutter General Motors (GM) zweifele an der Überlebensfähigkeit ihrer deutschen Tochter und prüfe konkrete Pläne für eine Veräußerung, schreibt die 'Auto Bild'. Das Blatt beruft sich auf nicht näher genannte Quellen in der Detroiter US-Konzernzentrale von GM.

Diese Meldung schreckte sowohl Politiker als auch die Opel-Belegschaft auf. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den US-Autokonzern General Motors (GM) aufgefordert, Klarheit über die Zukunft seiner deutschen Tochter Opel zu schaffen. Gerüchte über einen möglichen Verkauf, die die Opel-Beschäftigten verunsicherten, sollten bald aus der Welt kommen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Merkel habe großes Verständnis für die Lage der Opel-Belegschaft, die sehr gute Arbeit leiste und bei der Sanierung vorankomme.

Opel-Betriebsrat-Chef kritisiert GM

Für die Verkaufsüberlegungen gab es weder eine Bestätigung noch ein klares Dementi. Es handele sich bei den Berichten um reine Spekulation, sagten übereinstimmend Sprecher von GM in Detroit und Opel in Rüsselsheim. Das Unternehmen werde solche Meldungen - wie in diesen Fällen grundsätzlich üblich - nicht weiter kommentieren, ließ die Opel-Führung erklären. Auch Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz nannte die Berichte auf Anfrage spekulativ. Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke appellierte an die Belegschaft, sich nicht von der Presse beunruhigen zu lassen.

Als Hintergrund der Verkaufsüberlegungen nennen die Magazine den wachsenden Ärger des GM-Managements über das Europa-Geschäft mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall. Dort fährt Opel nämlich weiter Verluste ein - in allen anderen globalen Regionen läuft es für den US-Riesen GM hingegen besser.

'Auto Bild' schreibt von zwei strategischen Überlegungen bei GM, die die Abstoßung nahe legen würden: Erstens glaube GM, den Markt der Klein- und Kompaktwagen mit koreanischen Schwestermodellen bestücken zu können. Zweitens könne die bisher von Opel belieferte Mittelklasse in Europa relativ zügig durch eigene Modelle der GM-Hausmarke Chevrolet ersetzen werden. Ein Verkauf stünde jedoch im Gegensatz zum technologischen Know-How, das Opel bei GM einbringt.

Betriebsrats-Boss Franz, der gleichzeitig Vize-Aufsichtsratschef ist, kritisierte, dass die GM-Zentrale in Detroit die Berichte nicht klar zurückweise. "Wenn man vor einem Jahr noch entschieden hat, Opel nicht zu verkaufen, dann vermisse ich jetzt ein eindeutiges Dementi bei solchen Spekulationen."