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Germanwings-Absturz: Schuldfrage für Angehörigen-Anwalt "eindeutig geklärt"

Germanwings-Absturz: Schuldfrage für Angehörigen-Anwalt "eindeutig geklärt"

Er verlangt "sehr viel Geld" für die Hinterbliebenen

Nach dem Ende der Trauerfeierlichkeiten zum Germanwings-Absturz mit 150 Toten in den französischen Alpen prescht ein Angehörigen-Anwalt vor: Er verlangt von der Lufthansa "sehr viel Geld" für die Hinterbliebenen. Die Schuldfrage stellt sich für Christof Wellens nicht mehr – der Copilot ist seiner Ansicht nach "eindeutig" schuld am Absturz. Eine Einschätzung, der die meisten zum jetzigen Zeitpunkt wohl zustimmen würden. Wie verhält sich die Airline?

"Schuldfrage ist eindeutig geklärt"
Gedenkstätte in Le Vernet, Südfrankreich.
dpa, Guillaume Horcajuelo

Für ihr Personal sei die Airline verantwortlich, sagte Wellens bei 'Phoenix'. Die Fluggesellschaft müsse darum für die Schäden aufkommen. "Wir haben es mit einer schrecklichen, ja monströsen Tat zu tun, für die Lufthansa/Germanwings verantwortlich ist."

Bei einem vorsätzlichen Absturz, herbeigeführt durch den Copiloten, sei die Sachlage klar: "Lufthansa ist für von ihr eingesetztes Personal in voller Weise verantwortlich", sagte Wellens, der nach eigenen Angaben 15 Opfer-Familien mit über 60 Angehörigen zivilrechtlich vertritt. "Die Schuldfrage ist mittlerweile eindeutig geklärt, denke ich."

Er habe bislang kein Wort vernommen, dass man dies aufseiten von Lufthansa anders sehe, im Gegenteil: Die Airline habe sich zu ihrer Verantwortung bekannt. Man werde nun sehen müssen, ob sie Wort halte. "Der Lackmustest kommt noch." Etwaige Versäumnisse, etwa beim Umgang mit der Erkrankung des Copiloten, spielten allenfalls noch am Rande eine Rolle.

"Die Opferfamilien brauchen sehr viel Geld, um ihr weiteres Leben zu gestalten ohne den Menschen, der verloren gegangen ist", betonte Wellens. "Für die Angehörigen ist eine angemessene, ja hohe Entschädigung sehr wichtig. Sie ist eine Stütze für die Familie im Alltag." Im Fall einer Familie, die er vertrete, hätten fünf Kinder die Eltern verloren.

Wellens hatte bereits nach dem Absturz der Concorde im Jahr 2000 deutsche Hinterbliebene vertreten. Er ist Vorsitzender des Mönchengladbacher Vereins Crash - Gesellschaft für Opferrechte, der sich um Angehörige von Absturzopfern kümmert.