Germanwings-Absturz in Südfrankreich: Hilfsbereitschaft und Solidarität mit den Angehörigen der Opfer

24. April 2015 - 8:04 Uhr

Bergung der Toten wird wohl mehrere Tage dauern

Was sich in Seyne-les-Alpes und Digne-les-Bains abspielt, berührt sehr: Die Solidarität mit den Angehörigen und die Welle der Hilfsbereitschaft in den kleinen Örtchen nahe der Unglücksstelle sind riesig, wie RTL-Reporter Alexander Oetker berichtet.

RTL-Reporter Alexander Oetker
RTL-Reporter Alexander Oetker berichtet aus Seyne-les-Alpes.

Die kleine Gemeinde Seyne-les-Alpes in Südfrankreich wurde von der Katastrophe überrollt. Am Ortsrand haben die Einsatzkräfte ihre Zelte aufgeschlagen, die Hubschrauber sind im Hochbetrieb. "Immer wieder starten und landen quasi im Minutentakt die Helikopter auf der Wiese vorm Einsatzzentrum und dann heben sie wieder ab, um in die Berge zu fliegen und dort weiter nach Leichen zu suchen", berichtet Oetker.

Xavier Roy ist Hubschrauber-Pilot und leitet die Bergung hoch oben in den verschneiten Alpen. "Immer noch gibt es keine Straße, die wir nutzen können", erzählt er. "Wir können nur zu Fuß oder mit den Helikoptern an die Absturzstelle. Aber die Trümmer liegen weit verstreut, das erschwert die Bergung." 150 Tote müssen die Einsatzkräfte bergen und schon jetzt ist klar, dass das mehrere Tage dauern wird. In der Nacht wurden die Bergungsarbeiten eingestellt.

"Die Behörden wollen die Würde der Opfer so gut es geht schützen", erzählt unser RTL-Reporter. "Die provisorische Leichenhalle hier in Seyne-les-Alpes ist weiträumig abgesperrt." Wenn die ersten Toten geborgen sind, werden die Angehörigen dort sein und ihre Liebsten identifizieren müssen. Vor Ort werden schon DNA-Proben von ihnen genommen.

Familien öffnen ihre Häuser für die Angehörigen der Opfer

Weiter unten im Tal in Digne-les-Bains ist für sie im Kongresszentrum ein Feldlager eingerichtet worden. "Hier werden sie übernachten, in diesem Saal, sie werden verpflegt, aber es sind natürlich auch Psychologen, Psychiater und viele Ärzte da, die mit Hilfe von Dolmetschern versuchen sollen, die Trauer zu überwinden."

In Digne-les-Bains herrscht große Solidarität mit den Angehörigen und den Opfern der Germanwings-Katastrophe. "Es gibt sehr sehr viele freiwillige Helfer, die Anteilnahme in dieser französischen Gemeinde ist riesig", so Oetker. Damit die Psychologen auch richtig helfen können, warten türkische, spanische und deutsche Dolmetscher auf ihren schwierigen Einsatz. Es haben sich sogar Ski-Lehrer und Deutschlehrer zum Übersetzen angeboten. Viele Familien aus Digne-les-Bains haben spontan ihre Privathäuser geöffnet, um Familien unterzubringen.