Germanwatch-Report: 530.000 Tote durch Extremwetter seit 1993

26. November 2013 - 11:27 Uhr

Haiti, die Philippinen und Pakistan leiden am meisten

Egal, ob er nun vom Menschen verursacht ist oder nicht: Der Klimawandel ist in vollem Gange und es ist an der Weltgemeinschaft, ihren Teil zum Kampf gegen die Erderwärmung beizutragen. Die derzeit laufende Weltklimakonferenz in Warschau wird keine zählbaren Ergebnisse liefern, sie dient als Vorbereitung auf die große Konferenz in Paris im Jahr 2015. Da soll dann geliefert werden.

Weltklimakonferenz in Warschau
Germanwatch stellt Klimarisiko-Index in Warschau vor.
© dpa, Patrick Pleul

Doch das Treffen in der polnischen Hauptstadt bietet eine Bühne, um auf die großen Probleme aufmerksam zu machen, in denen wir stecken. Denn Taifune und Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen, die Wetterextreme unter dem Einfluss des Klimawandels kosten jedes Jahr Tausende von Menschenleben und verursachen schier unvorstellbare Schäden.

Wie die Organisation Germanwatch bei der Vorstellung ihres weltweiten Klima-Risiko-Indexes mitteilte, starben seit 1993 mehr als 530.000 Menschen bei über 15.000 extremen Wetterereignissen. Die materiellen Verluste liegen dem Bericht zufolge bei 2,5 Billionen Dollar.

Auf dem Balkan starben 70.000 Menschen wegen einer Hitzewelle

Haiti, die Philippinen und Pakistan waren 2012 die am stärksten betroffenen Staaten, wie Sönke Kreft, einer der Autoren des Berichts, auf der UN-Klimakonferenz in Warschau berichtete. Der Karibikstaat Haiti, der noch immer unter den Folgen des verheerenden Erdbebens von 2010 leide, habe im August 2012 während des Hurrikan 'Isaac' große Teile seiner Ernte verloren, später habe es noch einmal heftige Zerstörungen durch tropische Regenfälle infolge des Hurrikans 'Sandy' gegeben.

Mindestens 200.000 Menschen wurden als Folge der Stürme obdachlos. Im langjährigen Vergleich von 1993 bis 2012 liegt Haiti auf Platz drei der besonders verwundbaren Staaten, hinter Honduras und Myanmar.

Auf den Philippinen, wo die genaue Zahl der Opfer nach dem Taifun 'Haiyan' noch immer nicht genau feststeht, starben ein Jahr zuvor mehr als 1.400 Menschen durch den Taifun 'Bopha'. In Pakistan, das bereits 2010 und 2011 Opfer schwerer Überschwemmungen wurde, starben bei heftigen Monsun-Fluten mehr als 650 Menschen.

Neben den südpazifischen Inselstaaten, die seit Jahren immer wieder unter Stürmen und tropischen Unwettern leiden, landeten 2012 auch europäische Staaten auf dem Klima-Risiko-Index. Extreme Wetterverhältnisse mit schweren Überschwemmungen in der Region Krasnodar brachten im vergangenen Jahr aber auch Russland auf die Liste der besonders geschädigten Staaten.

Nach der sommerliche Hitzewelle auf dem Balkan befindet sich Serbien auf Rang sechs und Bosnien-Herzegowina auf Rang acht. Dass im Jahr 2003 mehr als 70.000 Menschen in Europa in Folge einer wochenlange Hitzewelle starben, gehört laut Germanwatch ebenfalls zu den Auswirkungen der weltweiten Klimaveränderungen. Deutschland lag 2012 auf Rang 67.

Laut Germanwatch ist die Klimakonferenz in Warschau für die Industriestaaten eine Gelegenheit, ihre finanziellen Zusagen an die besonders von Klimakatastrophen getroffenen Entwicklungsländer zu erneuern. Nur so könnten die bereits in Angriff genommenen Anpassungsmaßnahmen in Asien, Afrika, Lateinamerika und Ozeanien auch finanziert werden.