Mit schusssicherer Weste zu Schuldnern

Gerichtsvollzieher: Zwischen traurigen Schicksalen und Lebensgefahr

09. Oktober 2020 - 10:30 Uhr

Im Video: Ein Arbeitstag mit Gerichtsvollzieher Uwe Schneider

Wo Schulden und Mahnungen unbeglichen bleiben, fängt für Uwe Schneider die Arbeit an. Der 55-Jährige ist Gerichtsvollzieher – und leistet seinen Job zwischen Lebensgefahr und traurigen Schicksalen mit viel Geduld. Denn wo ihm die Türen nicht geöffnet werden, beginnt ein aufwändiges Katz-und-Maus-Spiel. Wo die Schuldner ihm die Tür öffnen, weiß er oftmals nicht, was ihn erwartet: Aggressivität, Einsicht, Widerwille, Zahlungsbereitschaft, aber auch Selbstmorde hat der erfahrene Gerichtsvollzieher bereits erlebt. Wie sein Job – und Erfolg als Gerichtsvollzieher aussehen – zeigt er in unserer Video-Reportage.

Gerichtsvollzieher: Pfänden, Wohnungen räumen, Geld eintreiben

Alleine in Nordrhein-Westfalen haben Gerichtsvollzieher im Jahr 2019 die Rekordsumme von 251 Millionen Euro an Außenständen eingetrieben. Im laufenden Jahr fürchte der Gerichtsvollzieherbund NRW, dass viele Schuldner wegen der Corona-Pandemie in wirtschaftliche Probleme geraten könnten, sagte der Landesvorsitzende Frank Neuhaus. "Im Spätherbst wird es härter, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit drücken auf die Einkommen und es ist schwerer, etwas hinzu zu verdienen."

Dabei wird auch deutlich: Der Job des Gerichtsvollziehers ist krisensicher, denn besonders in Krisenzeiten ist die Zahlungsfähigkeit von Schuldnern unsicher. Warum beim Pfänden, Räumungen (ein besonders schwieriger Fall ist hier die Räumung der Liebigstraße 34 in Berlin durch einen Gerichtsvollzieher) und Geld eintreiben, nicht nur Ratenzahlungen eine wichtige Rolle spielen, sondern auch die Sicherheitsweste wichtig werden kann, erklärt Gerichtsvollzieher Uwe Schneider in der RTL-Reportage im Video.