Gericht: Zirkus-Elefantin Gitana bleibt in belgischem Zoo

Ein Richterhammer aus Holz auf einer Richterbank. Foto: Uli Deck/dpa/Symbolbild
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16. Juli 2020 - 16:00 Uhr

Die vor rund sieben Jahren in einem Norderstedter Zirkus beschlagnahmte und notveräußerte Elefantenkuh Gitana bleibt in ihrem neuen Zuhause, einem belgischen Zoo mit umfangreichem Freigehege. Eine Zivilkammer des Kieler Landgerichts wies am Donnerstag die Klage des ehemaligen Besitzers auf Rückgabe der Zirkuselefantin als unbegründet ab. Es bestehe weder gegenüber dem Land Schleswig-Holstein noch gegenüber dem Zoo ein Herausgabeanspruch, urteilte die Richterin. Für Beschlagnahme und Notveräußerung hätten die Voraussetzungen vorgelegen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Beide Maßnahmen hatte eine Kieler Staatsanwältin verfügt, die sich seit Oktober vor dem Kieler Landgericht wegen vorsätzlicher Rechtsbeugung in zehn Fällen verantworten muss. Der Fall der Elefantin gehört nicht dazu. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt deswegen aber bereits seit langem. Ob auch in diesem Fall Anklage erhoben werde, sei noch nicht entschieden, sagte ein Sprecher.

Der Anwalt des damaligen Besitzers der Elefantenkuh hatte argumentiert, dass die Staatsanwältin das Tier rechtswidrig beschlagnahmt und mit krimineller Energie veräußert habe, ohne den Eigentümer anzuhören. Sie habe zudem wissentlich einen damaligen Beschluss des Landgerichts unterlaufen, demzufolge die Elefantenkuh unter Auflagen bei ihrem Besitzer hätte bleiben können.

Gitana war nach Anzeigen von Tierschützern beschlagnahmt und sofort in den Zoo nach Belgien transportiert worden. Sie rügten massive Verstöße gegen das Tierschutzgesetz - zum Beispiel Haltungsfehler, Ankettung, Einzelhaltung und eine schlechte Futterversorgung.

Quelle: DPA