Gericht will Kundus-Bombardement aufklären

Das Landgericht Bonn will die Umstände des von der Bundeswehr angeordneten tödlichen Bombardements im afghanischen Kundus aufklären. Das Gericht fordert dazu in einem Beschluss von der Bundesregierung genaue Informationen und will auch Video- und Tonaufnahmen über den Hergang des Luftangriffs vom September 2009 auswerten.

Auch der damalige Bundeswehr-Kommandeur Oberst Georg Klein, der den Einsatz anordnete, muss möglicherweise vor Gericht aussagen. In dem Prozess geht es um Schadenersatzklagen von Zivilopfern. Hinterbliebene fordern von der Bundesregierung eine höhere Entschädigung. Ein solcher Anspruch komme durchaus in Betracht, erklärte das Gericht.