Gericht: Keine Berichtigung verlorener Titel im Register

Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild
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25. November 2021 - 12:01 Uhr

Zweibrücken (dpa/lrs) ? Ein verlorener Adelstitel kann mit einer Berichtigung im Geburtenregister nicht zurückverlangt werden. Das hat das Oberlandesgericht in Zweibrücken entschieden und teilte dies am Donnerstag mit. Das Gericht wies damit den Antrag eines Nachfahren einer rheinländischen Adelsfamilie zurück, der die Aufführung des Adelstitels in seinem Namen durch eine Berichtigung des Geburtenregisters verlangte.

Der Kläger wandte sich nach Angaben des Oberlandesgerichts im Mai 2020 an das Amtsgericht Trier, das den Antrag zurückwies. Die dagegen eingereichte Beschwerde wies das Pfälzische Oberlandesgericht ebenfalls zurück. Der Beschluss ist rechtskräftig.

Das Gericht begründete die Entscheidung damit, dass nicht ersichtlich sei, dass der Geburtsname des Klägers im Geburtenregister falsch eingetragen ist. In einer Pressemitteilung des Gerichts heißt es außerdem, dass der Kläger sich in seinem Fall nicht auf die Regelung der Weimarer Reichsverfassung berufen könne, die seit dem 14. August 1919 gilt. Diese Regelung erlaube es Adelsfamilien nur, ihren Titel weiterzuführen, wenn sie diesen bereits zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Weimarer Reichsverfassung getragen haben. Im Fall des Nachfahrens der rheinländischen Adelsfamilie haben bereits dessen Ur-Ur-Großvater und drei weitere Generationen der Familie den Adelstitel bis zum 14. August 1919 nicht mehr getragen.

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Quelle: DPA