2018 M11 8 - 17:27 Uhr

Schimpanse Robby bleibt in seiner gewohnten Umgebung

Die Entscheidung um die künftige Unterbringung von Robby, dem bundesweit wohl letzten Menschenaffen in einem Zirkus, ist gefallen: Der rund 47 Jahre alte Schimpanse wird nicht in eine Einrichtung zur Resozialisierung von Menschenaffen abgegeben, er soll seinen Lebensabend unter Menschen im Zirkus verbringen.

Zirkusdirektor: "Robby ist mein siebtes Kind, er gehört zur Familie"

iedersachsen, Lüneburg: Klaus Köhler, Zirkusdirektor, gibt vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg ein Interview.
Pure Erleichterung: Klaus Köhler steht der Presse Rede und Antwort.
© dpa, Philipp Schulze, phs

Damit beendete das niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg einen langen Rechtsstreit. Der Besitzer des Menschenaffen muss demnach das seit über 40 Jahren bei ihm lebende Menschenaffen-Männchen nicht an eine entsprechende, auf die Resozialisierung von Schimpansen spezialisierte Einrichtung abgeben. Eine Revision ließ das Gericht nicht zu.

Tierschützer hatten Resozialisierung gefordert

Tierschützer von "Peta" und "Vier Pfoten" hatten seit Jahren dafür gelkämpft, dass Robby den Zirkus endlich verlassen darf und unter Artgenossen "resozialisiert" wird.

Genauso entschieden und leidenschaftlich hatte sich Zirkusdirektor Klaus Köhler dagegen zur Wehr gesetzt. "Robby ist mein siebtes Kind, er gehört zur Familie", sagt Köhler. "Wir beschäftigen uns vier Stunden am Tag mit ihm."

Nach Überzeugung des 70-Jährigen würde eine Umsiedlung des betagten Affen seinen Tod bedeuten. Mit einem Eilantrag hatte er erreicht, dass der etwa 47-jährige Schimpanse Robby bis zur endgültigen Entschiedung im Zirkus bleiben durfte. Der Schimpanse lebt bereits seit über 30 Jahren in dem Zirkus.

Emotionale Verhandlung

Auch in der entscheidenden Gerichtsverhandlung machte Köhler deutlich, wie sehr ihn das Schicksal des Tieres beschäftigt. Er legte dem Richter Fotos von Robby und zum Vergleich Bilder der Einrichtung vor. "Hier wird er gekitzelt, hier lacht er. Wenn ich das sehe – solche Bilder, wo er jetzt hinkommen soll, das kann ich nicht begreifen", so der sichtlich bewegte Mann. "Wenn ich höre, mein Robby soll bei mir leiden, das geht mir zu Herzen."