Streik am Donnerstag und Freitag

Lufthansa sagt wegen Streiks 1.300 Flüge ab: 180.000 Passagiere betroffen

Absperrband mit Logo und Schriftzug Lufthansa vor menschenleer en Check-in Schaltern am Flughafen Frankfurt, Hessen, De
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06. November 2019 - 13:55 Uhr

Lufthansa will den Streik stoppen

Der für Donnerstag geplante Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa kann stattfinden. Das Arbeitsgericht Frankfurt lehnte am Mittwoch einen Eilantrag des Unternehmens gegen den Arbeitskampf der Gewerkschaft Ufo ab. Als Reaktion darauf hat die Lufthansa insgesamt 1.300 Flüge gestrichen. 180.000 Passagiere sind betroffen. 

2.300 Flüge können am Donnerstag stattfinden

Am Donnerstag sollen in der Gruppe 700 von 3.000 geplanten Flügen gestrichen werden und am Freitag 600, wie das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

Die Lufthansa kündigte an, einen Sonderflugplan auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen. Fluggäste können sich dann unter Eingabe ihrer Flugnummer auf der Webseite über den Status ihres Fluges informieren. Den Kunden hat das Unternehmen bereits umfangreiche und kostenfreie Umbuchungsmöglichkeiten angeboten.

In der Grundzahl sind auch zahlreiche Flüge nicht bestreikter Unternehmen wie Swiss, Austrian, Edelweiss oder Brussels Airlines enthalten. Die Gewerkschaft Ufo hatte sich vorbehalten, den Streik bei der Lufthansa-Kernmarke auch noch auf weitere Flugbetriebe auszuweiten.

Lufthansa hatte sofortige Vorverhandlungen angeboten

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Der geplante Streik sei nicht unverhältnismäßig, entschied das Gericht.
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Zuvor hatte die Lufthansa vor dem Arbeitsgericht Frankfurt eine juristische Niederlage erlitten, kündigte aber unmittelbar danach an, beim Landesarbeitsgericht in die Berufung zu gehen. Damit könnte noch am Mittwoch eine zweite Gerichtsverhandlung um die Rechtmäßigkeit des Streiks der Gewerkschaft Ufo stattfinden. Das Landesarbeitsgericht hatte zunächst aber noch keinen Termin festgelegt.

Am Mittwoch hatte das Arbeitsgericht Frankfurt in erster Instanz den Eilantrag des Unternehmens gegen den Streik abgelehnt. Nach kursorischer Einschätzung seien die Tarifverträge korrekt gekündigt worden und der Streikbeschluss gültig, erklärte die Vorsitzende Richterin.

Angriffe der Lufthansa-Anwälte gegen die kurzfristig geänderte Arbeitskampfordnung der Gewerkschaft lehnte die Richterin ab. 

Lufthansa bietet Umbuchungsmöglichkeiten an

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Die Gewerkschaft hat die Beschäftigten der Lufthansa-Kerngesellschaft zu einem 48-Stunden-Streik aufgerufen.
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Lufthansa hatte beim Arbeitsgericht Frankfurt eine Einstweilige Verfügung gegen die Gewerkschaft Ufo beantragt. Das Gericht sollte feststellen, ob Ufo mit dem Arbeitskampf legale tarifliche Ziele verfolgt.

Die Gewerkschaft hat die Beschäftigten der Lufthansa-Kerngesellschaft zu einem 48-Stunden-Streik aufgerufen, der am Donnerstag um 00.00 Uhr beginnen soll.

Ufo fordert unter anderem höhere Spesen und Zulagen

HANDOUT - 30.10.2019, Frankfurt/Main: Das Foto zeigt ein Abflug-Gate der Lufthansa, bei dem das geplante Einsteige-System «WILMA» bereits zur Anwendung kommt. (Zu dpa «WILMA Lufthansa sucht den schnellsten Weg ins Flugzeug» am 05.11.2019) Foto: Patri
Ufo fordert für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse.
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Ufo fordert für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. In dem gesamten Tarifkonflikt geht es aber auch um die vom Konzern aufgeworfene Frage, ob Ufo überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann. Für die anderen Flugbetriebe gibt es jeweils separate Forderungen.

Ufo fürchtet insbesondere, dass der Konzern Kabinen-Tarifverträge mit der Konkurrenzgewerkschaft Verdi abschließt. Die DGB-Gewerkschaft hat Lufthansa zu Gesprächen aufgefordert, konnte aber in der Vergangenheit nicht die Mehrheit der Beschäftigten bei der Kerngesellschaft hinter sich versammeln.